Die Einführung einer Zuckersteuer in Deutschland könnte 2028 erfolgen, nachdem sie jahrelang kontrovers diskutiert wurde. Diese Maßnahme zielt darauf ab, den Zuckerkonsum zu reduzieren und die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern.
Die Zuckersteuer soll Getränke mit weniger als 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter steuerfrei lassen. Bei fünf bis unter acht Gramm Zucker pro 100 Milliliter sollen 26 Cent Steuer je Liter fällig werden. Getränke mit acht Gramm Zucker und mehr unterliegen einer Steuer von 32 Cent je Liter.
Die Mehreinnahmen durch die Zuckersteuer werden auf rund 450 Millionen Euro im Jahr geschätzt. Gleichzeitig könnten die jährlichen Kosteneinsparungen im System der gesetzlichen Krankenversicherung zwischen 20 und 170 Millionen Euro liegen. Diese Einsparungen könnten einen positiven Einfluss auf die Finanzlage der Krankenkassen haben.
In Großbritannien sank der Zuckergehalt in süßen Getränken bis 2021 im Schnitt um 29 Prozent, nachdem dort eine Zuckersteuer eingeführt wurde. Dies zeigt, dass ähnliche Maßnahmen auch in Deutschland Erfolge erzielen könnten.
Ärzte und Organisationen wie Foodwatch unterstützen die Einführung der Zuckersteuer. Sie sehen darin einen zentralen Baustein für eine gesündere Ernährung. „Wir wollen eine gesunde Lebensführung unterstützen“, sagte ein Vertreter dieser Organisationen.
Laut der WHO sollten Erwachsene weniger als 50 Gramm freien Zucker pro Tag konsumieren. In Deutschland liegt der durchschnittliche Zuckerkonsum jedoch bei 61 Gramm für Frauen und 78 Gramm für Männer pro Tag. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Reduzierung des Zuckerkonsums.
Trotz der positiven Ansätze gibt es auch kritische Stimmen zur Zuckersteuer. Christoph Minhoff äußerte: „Es geht einzig und allein darum, mit dieser Steuer Haushaltslöcher zu stopfen.“ Die Diskussion über die tatsächliche Wirksamkeit bleibt also bestehen.