Argentinien feiert Halbfinalsieg mit politischer Botschaft

England gegen Argentinien live: Das Halbfinale im Livestream

Argentinische Feierlichkeiten und politische Botschaft

Nach dem Sieg im WM-Halbfinale gegen England feierte die argentinische Nationalmannschaft auf dem Rasen mit einem politischen Plakat. Auf einem weißen Laken war in dunkler Schrift der Spruch „Las Malvinas son argentinas“ zu lesen, was übersetzt „Die Malvinas sind argentinisch“ bedeutet. Dieser Spruch nimmt Bezug auf den Krieg um die Falklandinseln. Unter anderem hielt Mittelfeldspieler Giovani Lo Celso das Banner in der Hand. Auch auf den Zuschauerrängen war das Plakat sichtbar.

Mit diesem Spruch bekräftigt Argentinien seine Ansprüche auf die Inseln, die dort als Malvinas bekannt sind. Im Jahr 1982 führten Argentinien und Großbritannien über 70 Tage lang Krieg um die Falklandinseln, die vor der Küste Argentiniens liegen. Bei diesem Konflikt kamen rund 1000 Soldaten ums Leben. Die Inseln sind seit 1833 britisches Überseegebiet, und Großbritannien weigert sich bis heute, über den Anspruch auf die Malvinas zu verhandeln.

Nationalspieler Leandro Paredes äußerte sich zu der Bedeutung des Spiels: „Wir waren uns bewusst, was dieses Spiel für dieses Land bedeutete. Wir haben versucht, unser Land und all jene, die diesen traurigen Moment unserer Geschichte miterlebt haben, zu repräsentieren, damit sie sich mit uns identifizieren konnten und wir ein positives Bild vermitteln konnten.“

Spannungen abseits des Spielfelds

Die Begegnung war auch abseits des Spielfelds von einer feindseligen Atmosphäre geprägt. Als David Beckham auf der Videoleinwand eingeblendet wurde oder Britpop abgespielt wurde, gab es radikale Pfiffe. Auch die englische Nationalhymne „God save the king“ war kaum zu hören.

Schon vor der Partie war die Erinnerung an den Falkland-Krieg sehr präsent. Argentiniens Trainer Lionel Scaloni hatte vor einer Vermischung des WM-Halbfinals mit dem Krieg gewarnt. Die Vizepräsidentin seines Landes, Victoria Villarruel, sah dies jedoch anders. Sie schrieb auf X: „Wir spielen gegen die Piraten-Usurpatoren. Das ist kein Spiel wie jedes andere.“ Sie kündigte an, nicht politisch korrekt zu sein oder sich zurückzuhalten, da es gegen die Engländer um mehr gehe. Villarruels Vater hatte im Krieg um die Falklandinseln für Argentiniens Militärdiktatur gekämpft.

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"Die Malvinas sind argentinisch", heißt es auf dem Banner.(Foto:picture alliance / PA Images) Credit: n-tv.de

Mögliche Konsequenzen für Argentinien

Der Weltverband FIFA verbietet Spielern und Offiziellen, politische Botschaften im Umfeld von WM-Spielen zu präsentieren. Dem argentinischen Team könnten daher Konsequenzen drohen. Der Sieg Argentiniens im Halbfinale führte das Team ins Finale, während England eine Niederlage erlitt.

Die Stärke Argentiniens zeigte sich auch im Kampfgeist, wie aus einem Livekommentar hervorgeht. Der Ansatz von Trainer Tuchel wirkte am Ende ebenso vorsichtig wie der von Southgate. Lionel Messi ist nun nur noch ein Spiel von der Unsterblichkeit entfernt.

Die FIFA-Regularien untersagen ausdrücklich das Zeigen von politischen Botschaften, was die Aktion des argentinischen Teams nach dem Sieg im WM-Halbfinale gegen England am 15. Juli 2026 zu einem potenziellen Verstoß macht.

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Source: n-tv.de

Felix Brandt

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.