Die deutsche Sprinterin Gina Lückenkemper hat das Finale über 100 Meter bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham verpasst. Im Halbfinale belegte sie den fünften Platz. Trotz des Ausscheidens zeigte sich die Athletin nach dem Rennen zufrieden und emotional.
In einem Interview nach dem Zieleinlauf äußerte sich Lückenkemper sichtlich gerührt. Sie erklärte, dass die Tränen, die sie vergoss, aus Dankbarkeit stammten. Für sie sei es nicht selbstverständlich, auf der Bahn zu stehen, und sie empfinde dies als etwas Besonderes. Ihre Zufriedenheit beschrieb sie als „Tränen des Glücks“.
Vorbereitung und gesundheitliche Herausforderungen
Die Vorbereitung auf die Europameisterschaft war für Lückenkemper von Schwierigkeiten geprägt. Sie hatte nach den Deutschen Meisterschaften offen über den Verlauf ihrer Vorbereitung gesprochen. Anfang Juli wurde sie von einer Zecke am Hinterkopf gebissen, deren Folgen sie nach eigenen Angaben noch immer spürt.
Diese gesundheitlichen Probleme führten dazu, dass sie in diesem Jahr noch keine Zeit unter 11,21 Sekunden gelaufen war. Dies platzierte sie weltweit auf Platz 124 und auf europäischer Ebene auf Platz 35. Bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid erreichte sie in 11,28 Sekunden den dritten Platz.
Lückenkemper berichtete im Vorfeld der EM, dass sie aufgrund der Nachwirkungen des Zeckenbisses mitunter „im Startblock orientierungslos“ gewesen sei. Auch im Halbfinale in Birmingham hatte sie Schwierigkeiten beim Start und lag von Beginn an deutlich hinter der Spitze zurück. Ihre Endzeit betrug 11,28 Sekunden, die sie zeitgleich mit Tatjana Pinto erreichte, die einst für Deutschland startete und nun für Portugal antritt.
Die Britin Amy Hunt gewann den Vorlauf in 10,99 Sekunden. Eine weitere deutsche Sprinterin, Rebekka Haase, verpasste das Finale ebenfalls; sie wurde in ihrem Halbfinale Siebte mit einer Zeit von 11,36 Sekunden.
Blick auf die Staffelwettbewerbe
Trotz des Ausscheidens im Einzelwettbewerb blickt Lückenkemper optimistisch auf die anstehenden Staffelrennen. Sie freut sich auf die Wettbewerbe über 4 × 100 Meter Frauen und 4 × 100 Meter Mixed (zwei Frauen, zwei Männer), bei denen die deutschen Teams gute Medaillenchancen haben.
Lückenkemper, die bei Europameisterschaften bereits Gold (2022), Silber (2018) und Bronze (2016) gewonnen hat, gilt als eine der größten Stars der deutschen Leichtathletik. Ihre ehemalige Sprint-Kollegin Sina Meyer hob hervor, dass Lückenkemper beeindruckend mit Drucksituationen umgehen kann und oft gezeigt hat, dass sie in entscheidenden Momenten Leistung abrufen kann.
Im Jahr 2022 war Lückenkemper Doppel-Europameisterin. Mit einer Zeit von 11,05 Sekunden verdiente sie sich im Vorjahr den Luxus, erst im Halbfinale in den Block steigen zu müssen, und belegte damit den neunten Platz im europäischen Ranking „Road to Birmingham“. Sie hat bereits sechs EM-Medaillen gewonnen und möchte eine Wiederholung des Jahres 2024 vermeiden, als sie ohne Medaille aus Rom zurückkehrte.
Die Sprinterin beschrieb das Staffellaufen als „Fangen spielen deluxe“. Die Europameisterschaft in Birmingham wird für sie mit den Staffelwettbewerben fortgesetzt.
Source: bild.de