Jürgen Klopp (59) wurde offiziell als neuer Bundestrainer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vorgestellt. Er hat einen Vierjahresvertrag unterzeichnet, der am 15. August beginnt und bis zur Weltmeisterschaft 2030 läuft. Der Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung der DFB GmbH & Co. KG stimmten einstimmig für die Ernennung Klopps als Cheftrainer der Nationalmannschaft.
Klopp wird von seinen langjährigen Assistenten Peter Krawietz, Pepijn Lijnders und Sven Bender begleitet. Eine weitere wichtige Personalie ist Marc Kosicke (55), Klopps Berater und Geschäftspartner, der ebenfalls zum DFB wechselt. Klopp bezeichnete Kosicke als seinen „Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation“.
Kosickes Rolle beim DFB
Marc Kosicke, der bereits seit 2006 mit Jürgen Klopp zusammenarbeitet, wird seine Position als Geschäftsführer seiner Agentur „projectFive“ aufgeben und keine anderen Trainer mehr betreuen, um sich voll auf seine neue Aufgabe beim DFB zu konzentrieren. Die Beziehung zwischen Klopp und Kosicke ist so eng, dass der DFB diese Bedingung akzeptierte: Ohne Kosicke hätte Klopp den Posten wohl nicht angetreten.
Kosicke, der in Kassel lebt und mit der TV-Moderatorin Yvonne Ransbach verheiratet ist, gilt als Marketing- und Strategie-Experte. Er soll die Nationalmannschaft in Bereichen wie Strategie, Entwicklung und Innovation unterstützen, die Jürgen Klopp als fehlende Stärken bei sich selbst ansieht. Klopp betonte, dass neben dem Sport auch viele andere Dinge geändert werden müssten und dafür Leute wie Kosicke nötig seien.
Die Zusammenarbeit zwischen Klopp und Kosicke begann eher zufällig. Kosicke leitete damals die Marketing-Abteilung von Nike und war nicht darauf aus, Klopp als Klienten zu gewinnen. Nach der WM 2006, bei der Klopp als TV-Experte tätig war, entwickelte sich jedoch eine enge Zusammenarbeit, die schnell zu einer Freundschaft wurde.
Als Kosicke 2007 seine eigene Agentur gründete, gehörte Jürgen Klopp neben dem damaligen DFB-Manager Oliver Bierhoff zu seinen ersten Klienten. Kosicke wird zugeschrieben, die Rolle des Trainer-Beraters quasi erfunden zu haben. Er vertrat später auch Trainer wie Julian Nagelsmann und Florian Kohfeldt sowie Manager wie Max Eberl bei Vertragsverhandlungen.
Eine bemerkenswerte Leistung von Kosicke war die Entwicklung des Slogans „Mia san Mia“ für den FC Bayern München. Dies geschah 2008, als er zusammen mit Oliver Bierhoff und Uli Hoeneß auf einem Flug zu einem Fifa-Kongress in der Schweiz war. Hoeneß war damals unzufrieden mit dem Image und der Identität der Bayern, und Kosicke bot seine Hilfe an.
Klopps Vision für die Nationalmannschaft
Jürgen Klopp äußerte sich bei seiner Vorstellung begeistert über die neue Aufgabe und betonte, dass es eine große Ehre sei, Bundestrainer zu sein. Er sieht die Nationalmannschaft als etwas, das die Deutschen verbinden kann. Klopp kündigte an, tief in die Strukturen des DFB einzusteigen und jeden Stein umzudrehen, um den deutschen Fußball wieder international erfolgreich zu machen.
Der neue Bundestrainer sprach über seine fußballerische Philosophie, die auf Intensität, „Gegenpressing“, guter Organisation und einer stabilen Formation basiert. Er möchte eine klare Fußballidee erkennbar machen. Klopp deutete an, dass es in der Nationalmannschaft keine Manndeckung geben werde, sondern Flügelstürmer und eine Viererkette zum Einsatz kommen sollen, da dies eine „schöne Erkenntnis“ der WM gewesen sei.
Klopp richtete auch eine klare Warnung an die Medien. Er erklärte, dass er den Job aufgeben würde, wenn sich die Berichterstattung negativ auf seine Familie auswirken oder er sich ungerechtfertigt angegriffen fühlen würde. Er betonte, dass er dies nicht für sich selbst tue, sondern um dem deutschen Fußball zu helfen.
Der DFB musste eine Ablösesumme von einer Million Euro an Red Bull zahlen, um Jürgen Klopp aus seinem bis 2029 laufenden Vertrag als „Head of Global Soccer“ zu entbinden. Dieses Geld wird an die Red-Bull-Stiftung „Wings for Life“ gespendet. Teil der Vereinbarung ist auch, dass bis 2030 mindestens drei Länderspiele der Männernationalmannschaft am Red-Bull-Standort Leipzig stattfinden werden.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf bestätigte, dass Per Mertesacker am 1. Januar 2027 als Geschäftsführer Sport beim DFB anfangen wird. Er tritt die Nachfolge von Andreas Rettig an, der zum Jahresende ausscheidet. Neuendorf betonte, dass Klopp von Anfang an die Wunschlösung für den Posten des Bundestrainers gewesen sei.
Klopp war bis 2024 Trainer des FC Liverpool und hatte zuvor in Deutschland Borussia Dortmund und den FSV Mainz 05 trainiert. Er sagte, dass es für ihn eine große Ehre sei, Bundestrainer zu sein und er alles geben werde, um der Nationalmannschaft zu helfen.
Die Entscheidung für Jürgen Klopp wurde einstimmig getroffen, und er hat sich verpflichtet, bis zur Weltmeisterschaft 2030 als Bundestrainer zu fungieren.
Source: bild.de