Mainz: Jürgen Klopp sagt ersten Bundestrainer-Auftritt ab

DFB: Jürgen Klopp sagt ersten Bundestrainer-Auftritt ab - BILD

Jürgen Klopp, der neue Bundestrainer, hat seinen ersten geplanten öffentlichen Auftritt in Mainz abgesagt. Ursprünglich sollte er am Montagmorgen persönlich beim dreitägigen Internationalen Trainer-Kongress des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) in der Mainzer Rheingoldhalle anwesend sein. Diese Teilnahme war bereits seit Wochen angekündigt.

Die Absage erfolgte kurzfristig, nachdem bekannt wurde, dass Klopp das Amt des Bundestrainers übernommen hat. Er folgt auf Julian Nagelsmann, dessen Amtszeit nach einem enttäuschenden WM-Aus endete. Klopp hat beim DFB einen Vertrag bis 2030 unterschrieben.

Klopps Videobotschaft und die Gründe der Absage

Trotz seiner Absage war Klopp nicht gänzlich abwesend. Er meldete sich mit einer Videobotschaft an die mehreren Hundert Gäste des Kongresses. In dieser Botschaft erklärte er seine Entscheidung mit lockeren, aber auch nachdenklichen Worten. Er betonte, dass er eigentlich sehr gerne persönlich anwesend gewesen wäre, die Ereignisse sich jedoch überschlagen hätten.

Klopp äußerte, dass er sich vor seinem ersten Spiel im September, das in Holland stattfinden wird, nicht zu sehr in der Öffentlichkeit präsentieren möchte. Er wolle keine Schlagzeilen liefern, ohne zuvor mit der Mannschaft gespielt zu haben. Ursprünglich sollte Klopp beim Kongress über das Thema „Trainer werden ist nicht schwer, Trainer sein umso mehr“ sprechen und aus seiner Karriere berichten, wie er über Jahre bei Vereinen erfolgreich war. Dieses Thema könnte für ihn als neuen Bundestrainer jedoch schnell unangenehm werden, wie er selbst anmerkte.

Er sagte dazu: „Das wäre sicherlich ein interessantes Thema gewesen. Aber wenn ich mir jetzt vorstelle, was alles auf mich zukommt, könnte mir das in den nächsten Tagen und Wochen durchaus um die Ohren fliegen. Denn jetzt bin ich wieder Trainer geworden.“

Reaktionen und Erwartungen an den neuen Bundestrainer

Die Ernennung Klopps zum Bundestrainer wurde in Deutschland mit Optimismus aufgenommen. Bei seiner Präsentation in Frankfurt stellte er sich Deutschland als Weltmeister vor. Es wird erwartet, dass er die Nationalmannschaft nach dem erneuten WM-Debakel zurück an die Weltspitze führen soll. Sein Führungsstil wird dabei als ein Schlüsselelement angesehen, um dieses Ziel zu erreichen.

Die Frage, ob Klopp mit seiner Art wirklich all das in Bewegung bringen kann, was den deutschen Fußball zuletzt stagnieren ließ, wird diskutiert. Nach drei verpassten Weltmeisterschaften gibt es viel zu tun. Der SZ-Fußballtalk „Und nun zum Sport“ befasste sich in dieser Woche intensiv mit der Personalie Klopp und beleuchtete Fragen zu seinem aktuellen Stil und seiner Haltung zur medialen Berichterstattung. Experten wie Philipp Schneider und Martin Schneider waren für Antworten zuständig.

Eine besondere Freude für Klopp war die Nachricht, dass DFB-Sportdirektor und Legende Rudi Völler für ihn als Gesprächsgast einspringen würde. Klopp kommentierte dies persönlich: „Und jetzt etwas, das ich mir in meinem Leben nie vorstellen konnte: Für mich kommt jetzt Rudi Völler rein. Wenn mir das jemand vor ein paar Jahren gesagt hätte, dann hätte ich das wahrscheinlich für ausgeschlossen gehalten.“

Klopp hatte sich bereits vor der offiziellen Bestätigung seiner Rolle als Bundestrainer in einer Diskussion über die Nachfolge von Julian Nagelsmann geäußert. Als Experte der Plattform Magenta TV sagte er vor dem WM-Start gegen Curaçao Anfang Juli: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch.“ Dies führte zu einer tagelangen Debatte, ob Klopp dem damaligen Bundestrainer den Job streitig mache. Klopp entschuldigte sich anschließend öffentlich, doch Wochen später wurde er zum Nachfolger von Nagelsmann ernannt.

Der neue Bundestrainer ist sich der Größe seines Amtes absolut bewusst und hat einen Vertrag bis 2030 unterschrieben.

Source: bild.de

Felix Brandt

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.