Verhandlungen über Klopps Rolle
Die Zukunft von Jürgen Klopp als potenzieller Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hängt von den Verhandlungen zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Red Bull ab. DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Liga-Präsident Hans-Joachim Watzke treffen sich in New York mit Oliver Mintzlaff, dem Sportchef von Red Bull, um die Bedingungen für Klopps Freigabe zu klären.
Es wurde bereits klargestellt, dass Klopp nicht gleichzeitig als Werbebotschafter für Red Bull fungieren wird. Berichte von Sky, RTL und dem Kicker bestätigten dies, nachdem zuvor Spekulationen über eine solche Doppelrolle kursierten. Trotzdem bleibt die genaue Art der zukünftigen Verbindung zwischen Klopp und dem Brausekonzern eine offene Frage.
Mintzlaff soll zwar auf eine Ablösezahlung für Klopp verzichten, es wird jedoch erwartet, dass er im Gegenzug bestimmte Bedingungen stellt. Mögliche Szenarien, die in den Medien diskutiert werden, reichen von Klopp, der den Red-Bull-Klubs weiterhin beratend zur Seite steht, bis hin zu häufigeren Spielen der DFB-Elf in der Red-Bull-Arena in Leipzig.
Der DFB hatte bereits mitgeteilt, dass sich Klopp und der Verband auf die Eckpunkte eines potenziellen Vertrags geeinigt haben. Lediglich der Abschnitt bezüglich Red Bull ist noch nicht finalisiert.
Die Rolle der DFB-Gremien
Nachdem eine Einigung mit Red Bull erzielt wurde, muss der Vertrag noch von den Gremien des DFB genehmigt werden. Dies betrifft die Gesellschafterversammlung und den Aufsichtsrat der DFB GmbH und Co. KG, die für Personalentscheidungen rund um die Nationalmannschaft zuständig sind. Diese Struktur wurde 2022 eingeführt, um steuerlichen Fragen und dem Druck der Finanzbehörden gerecht zu werden.
Die Gesellschafterversammlung besteht aus vier Personen, darunter Bernd Neuendorf, Hans-Joachim Watzke, Ronny Zimmermann und Oliver Leki. Der Aufsichtsrat umfasst 14 Personen, von denen zehn aus dem DFB-Präsidium kommen und vier weitere aus dem Fußballbetrieb, wie beispielsweise Alexander Wehrle vom VfB Stuttgart, der den Vorsitz innehat. Die Mehrheit im Aufsichtsrat liegt jedoch bei Vertretern des Amateurlagers.
Aus den Reihen der Amateure gab es bereits deutliche Meinungsäußerungen zur Bundestrainerfrage. Uwe Döring, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes, äußerte sich kritisch über Klopps Engagement bei Red Bull und die allgemeinen Entwicklungen bei Trainergehältern und Abfindungen.
Die finale Entscheidung über einen möglichen Vertrag muss in einer gemeinsamen Sitzung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der DFB GmbH und Co. KG getroffen werden. Bei früheren Personalentscheidungen, wie der Trennung von Hansi Flick nach der WM 2022 oder den Beschlüssen zu Julian Nagelsmann, fielen die Voten einstimmig aus. Es bleibt abzuwarten, ob dies auch diesmal der Fall sein wird, abhängig von den Bedingungen, die Red Bull stellt.

Klopp als Hoffnungsträger
Aus Sicht der DFB-Spitze ist Jürgen Klopp die Wunschfigur, die den deutschen Fußball nach drei gescheiterten Weltmeisterschaften wieder aufrichten soll. Julian Nagelsmann hatte bei seinem letzten Auftritt als Bundestrainer selbst betont, dass der deutsche Fußball einen „big change“ benötige, da man „seit zwölf Jahren nichts mehr gerissen“ habe.
Nagelsmanns Amtszeit endete nach dem Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Paraguay bei der Weltmeisterschaft. Selbst DFB-Sportdirektor Rudi Völler, der Nagelsmann zuvor verteidigt hatte, distanzierte sich am Ende von ihm.
Die Verhandlungen mit Klopp laufen seit dem WM-Aus. Die genauen inhaltlichen Vorstellungen für den „big change“ über den großen Namen hinaus sind noch nicht vollständig bekannt. Die Verbindung von Klopp zu Red Bull, wo er seit Januar 2025 als „Head of Soccer“ tätig ist, wirft Fragen auf, da er Berichten zufolge an der Demission von Ole Werner bei RB Leipzig beteiligt gewesen sein soll.
Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger äußerte die Befürchtung, dass Red Bull durch eine Person in der wichtigsten Funktion im deutschen Fußball „Macht gewinnen“ wolle. Die Nervosität bezüglich dieses Themas ist auch bei den DFB-Landesverbänden spürbar. Eine Rolle als Teilzeit-Red-Bull-Berater könnte zu Interessenkonflikten und Debatten führen, selbst ohne direkte Werbeauftritte.

Die Gespräche in New York zwischen Watzke, Klopp, Mintzlaff und Neuendorf sind entscheidend für die Klärung der letzten offenen Fragen.
Read Also
- Wimbledon-Finale: Sinner zeigt Sportsgeist nach Zverevs Sturz
- Sachsenring: Marc Márquez erreicht zehnten MotoGP-Sieg und zieht mit Agostini gleich
- Bericht zu Balogun-Entscheidung: Nur ein Funktionär soll involviert gewesen sein
- Atlanta: Harry Kane verteidigt Thomas Tuchel nach Kritik an England-Team
Source: n-tv.de