Per Mertesacker, der ehemalige Fußballweltmeister, hat sich in einem Instagram-Beitrag zu seiner künftigen Position als Sport-Geschäftsführer beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) geäußert. Er wird diese Rolle ab dem 1. Januar 2027 übernehmen und tritt damit die Nachfolge von Andreas Rettig an.
Mertesacker betonte, dass der deutsche Fußball für Millionen Menschen eine Herzensangelegenheit sei, die Generationen verbindet und unvergessliche Momente schafft. Die Möglichkeit, ab 2027 Verantwortung beim DFB zu übernehmen, erfülle ihn mit großer Demut. Seine Motivation sei es, den deutschen Fußball und insbesondere den Nachwuchs weiterzuentwickeln. Er bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen und äußerte seine Vorfreude darauf, den deutschen Fußball gemeinsam mit vielen Menschen in die Zukunft zu führen.
Mertesackers Weg zum DFB
In seinem Beitrag beschreibt Mertesacker drei Schlüsselmomente, die ihn mit dem DFB und der Nationalmannschaft verbinden. Er erinnerte sich an das Jahr 1996, als Oliver Bierhoff Deutschland mit seinem Golden Goal zum Europameister machte, was seine Begeisterung in Leidenschaft verwandelte. Im Jahr 2002 fieberte er als Fan beim WM-Finale mit. Ein Anruf von Jürgen Klinsmann im Jahr 2004 veränderte sein Leben, da er Teil der Nationalmannschaft werden durfte.
Es folgten zehn Jahre mit der Nationalmannschaft, in denen er an fünf großen Turnieren teilnahm und jedes Mal mindestens das Halbfinale erreichte. Der Höhepunkt war der Weltmeistertitel 2014. Mertesacker absolvierte insgesamt 104 Länderspiele für Deutschland und war Teil der Weltmeistermannschaft von 2014.
Er blickt auf eine kontinuierliche Karriere zurück, die ihn zu vier prägenden Vereinen führte: TSV Pattensen, Hannover 96, Werder Bremen und Arsenal London. Zudem trug er zehn Jahre lang stolz das Trikot der Nationalmannschaft.
Der DFB hatte Mertesacker bereits als Geschäftsführer Sport des Verbandes vorgestellt. Er erhielt wie der neue Bundestrainer Jürgen Klopp einen Vertrag bis 2030. Andreas Rettig, der seine Funktion zum Jahresende beendet, soll Mertesacker in den kommenden Monaten einarbeiten. Mertesacker äußerte sich erfreut über die neue Aufgabe und die damit verbundene Verantwortung. Er betonte, dass der Kontakt zum DFB nach dem Ende seiner Nationalmannschaftskarriere nie abgerissen sei, weshalb es für ihn etwas Besonderes sei, in dieser Rolle zurückzukehren.
Der deutsche Fußball verfüge über ein enormes Potenzial, und er wolle mit Demut, dem Willen zur harten Arbeit und der nötigen Geduld Talente und Persönlichkeiten fördern, die den Unterschied ausmachen. Mit der Verpflichtung des 41-Jährigen setzt der DFB sein Vorhaben um, frühere Spitzenspieler in verantwortungsvolle Positionen einzubinden.
Zuletzt war Mertesacker als WM-Experte für das ZDF tätig. Seine Hauptaufgabe bis zum Ende der abgelaufenen Saison war die Leitung der Jugendakademie des englischen Meisters FC Arsenal. Andreas Rettig, der 63 Jahre alt ist, hatte seinen Vertrag unabhängig vom frühen WM-Aus im Sechzehntelfinale nicht verlängern wollen.

Erfahrung und Ansehen
Mertesacker beendete seine Spielerkarriere im Jahr 2018 beim FC Arsenal. Zuvor spielte der gelernte Innenverteidiger in Deutschland für Hannover 96 und Werder Bremen. Der WM-Triumph 2014 in Brasilien war der Höhepunkt seiner Länderspielkarriere. Nach dem Finale gegen Argentinien, das Deutschland mit 1:0 nach Verlängerung gewann, beendete er nach 104 Länderspielen seine DFB-Karriere.
Viele bedeutende Persönlichkeiten des deutschen Fußballs sehen Mertesacker als ideale Ergänzung zum neuen Bundestrainer Jürgen Klopp und Sportdirektor Rudi Völler. Dazu gehören unter anderem Lothar Matthäus und Uli Hoeneß. Mertesacker selbst hatte bereits als ZDF-Experte am Rande der WM geäußert, dass er dem DFB etwas zurückgeben wolle und dafür zur Verfügung stehe.
Uli Hoeneß schätzt an Mertesacker, dass seine Aussagen im Fernsehen stets fundiert sind. Er sei nie beleidigend, aber dennoch kritisch. Hoeneß betonte, dass Mertesacker immer gezeigt habe, wie gut er mit Menschen umgehen kann und dass er eine solche Aufgabe nicht des Geldes wegen, sondern aus Überzeugung annehmen würde.
Als guter Redner mit umfassendem Einblick in die Jugendausbildung wird Mertesacker als sehr wertvoll eingeschätzt. Andreas Rettig war auch für die Verknüpfung der Nationalmannschaft mit den U-Teams zuständig. Mertesacker könnte als Brückenbauer im Zusammenspiel mit Nachwuchsdirektor Hannes Wolf, der die gesamte Ausbildung neu strukturiert hat, eine passende Rolle einnehmen.
Der Zeitplan scheint ebenfalls passend, da Mertesacker nach eigenen Angaben ab und zu eine Pause benötigt, ähnlich wie in seiner aktiven Spielerzeit. Er hatte bei Arsenal 15 Jahre lang intensiv gearbeitet und möchte nun zunächst mit seiner Frau Ulrike Mertesacker, einer ehemaligen Handball-Nationalspielerin, mit der er zwei Söhne hat, in den Urlaub fahren und reflektieren.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte bei der Pressekonferenz zur Vorstellung von Jürgen Klopp bekannt gegeben, dass Mertesacker ab dem neuen Jahr als Geschäftsführer Sport für den Verband arbeiten wird. Mertesacker wird damit der erste Weltmeister von 2014, der eine höhere Position beim DFB einnimmt. Seine Rolle wird die Verantwortung für die Nationalmannschaften, einschließlich der Frauen, und die Akademie umfassen. Besonders die Leitung der Akademie passt zu seiner bisherigen Laufbahn nach dem Karriereende als Fußballer, da er von 2018 bis zum Sommer die Akademie des FC Arsenal leitete, die als eine der renommiertesten Nachwuchsakademien Europas gilt.
Während seiner Zeit als Nachwuchschef bei Arsenal debütierten klubangaben zufolge mehr als zwanzig frühere Jugendspieler im Profiteam. Einer der bekanntesten ist der englische Nationalspieler Bukayo Saka. Mertesacker hatte sich bereits als TV-Experte kritisch über die Entwicklung im deutschen Fußball geäußert und betont, dass sich Deutschland einiges wieder hart erarbeiten müsse.
Bei seinem Abschied in London im Mai nannte ihn Arsenal-Trainer Mikel Arteta eine „Legende“ und lobte seine Leistungen als Spieler und für den Verein in der Akademie. Mertesacker selbst hatte vor einigen Jahren in einem Interview über seine Arbeit in London gesagt, dass er anfangs dachte, er könne die Welt in zwei, drei Jahren verändern, aber inzwischen wisse, dass dies im Jugendbereich mindestens sieben bis zehn Jahre dauert.
Source: bild.de