RB Leipzig: Klubchefin Haenni spielt Klopps Bedeutung herunter

01:14 RB-Klubchefin spielt Bedeutung von Klopp herunter

RB Leipzigs Blick nach vorne

Die Geschäftsführerin von RB Leipzig, Tatjana Haenni, hat die direkten Auswirkungen eines möglichen Abschieds von Jürgen Klopp auf den Verein als gering eingeschätzt. Haenni äußerte sich am Rande des Trainingsauftakts mit dem neuen Coach Martín Demichelis und betonte, dass Klopp zwar als Berater fungiert und den Klub begleitet habe, die Arbeit jedoch unabhängig von seiner Anwesenheit fortgesetzt werde. „Wir wollen gleich weiterarbeiten, ob mit oder ohne Jürgen Klopp. Ich denke, einen direkten Einfluss auf uns wird das wenig haben“, sagte Haenni.

Haenni sieht auch keinen großen Einfluss auf eine mögliche Neubesetzung, sollte Klopp als Bundestrainer zum Deutschen Fußball-Bund wechseln. Sie merkte an, dass dies eher in den sportlichen Bereich falle und mit Marcel Schäfer verbunden sei. Derzeit bestehe keine hohe Dringlichkeit in dieser Angelegenheit.

Der neue Cheftrainer Martín Demichelis wurde bei seiner Vorstellung in Leipzig als eine „neue Zeitrechnung“ für den Verein bezeichnet. Der Argentinier, der zuvor eine Vertragsverlängerung beim RCD Mallorca hatte, sprach von einer Herzensangelegenheit und betonte Begriffe wie Leidenschaft, Intensität und Aggressivität. Er möchte mit allen Beteiligten den nächsten Schritt nach vorne machen und eine mutige, offensive Spielweise etablieren.

Demichelis‘ Vision und Kaderplanung

Martín Demichelis machte seine Einstellung deutlich, dass seine Mannschaft aktiv und aggressiv auftreten soll, was er als „RB-Fußball mit Vollgas-Mentalität“ bezeichnete. Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer sprach ebenfalls von einem neuen Kapitel nach dem Abschied von Ole Werner, dessen Wege sich nach nur einem Jahr trotz des dritten Platzes in der Bundesliga und der Qualifikation für die Champions League getrennt hatten.

Demichelis legt großen Wert auf Entwicklung und formulierte, dass der Entwicklung im Fußball keine Grenzen gesetzt seien. Dieser Leitgedanke passe gut zu einem Verein, der seit Jahren auf junge, talentierte Spieler setzt. Eine wichtige Personalie ist in diesem Zusammenhang Yan Diomande, der zuletzt bei der WM mit der Elfenbeinküste glänzte und mit europäischen Top-Klubs in Verbindung gebracht wird.

Der neue Coach ließ keinen Interpretationsspielraum bezüglich Diomande: „Yan hat noch Vertrag, er muss zurückkommen. (…) Wir erwarten, dass er zurückkommt.“ Während die Diskussion um Diomande weiterläuft, wurde bei Brajan Gruda eine erneute Leihe von Brighton & Hove Albion nach Leipzig vereinbart, diesmal mit einer neuen Kaufpflicht-Konstruktion.

Bei seiner ersten Pressekonferenz vermittelte Demichelis viel Energie und Entschlossenheit. Der ehemalige Innenverteidiger des FC Bayern München und der argentinischen Nationalmannschaft scheute sich nicht, Ziele zu formulieren. Er betonte, dass im Fußball alles möglich sei und das Ziel immer darin bestehe, sich zu verbessern und näher an Bayern heranzurücken.

Martin Demichelis auf der Pressekonferenz bei RB Leipzig
Martin Demichelis auf der Pressekonferenz bei RB Leipzig Credit: sportschau.de

Liverpools Unterstützung für Arne Slot

Unterdessen gibt es Berichte, wonach der FC Liverpool den Weg für ein mögliches Engagement von Arne Slot als neuen niederländischen Fußball-Nationaltrainer ebnen könnte. Demnach wolle der englische Rekordmeister sicherstellen, dass Slot seinen Anspruch auf finanzielle Entschädigung nach der Trennung nach der vergangenen Saison nicht verliert, sollte er neuer Bondscoach werden.

Einem Medienbericht zufolge will Liverpool das Gehalt Slots in seinem ersten Jahr als Nationaltrainer auf den Betrag aufstocken, der dem Trainer noch beim Premier-League-Klub zugestanden hätte. Dies würde bedeuten, dass Slot keinen finanziellen Verlust hinnehmen müsste und sein Ex-Klub ebenfalls sparen würde. Slots Vertrag an der Anfield Road läuft noch bis zum Sommer 2027.

Der 47-Jährige gilt als Kandidat für die Nachfolge von Ronald Koeman, der nach dem frühen Aus bei der Weltmeisterschaft im Sechzehntelfinale gegen Marokko zurückgetreten war. Liverpool hatte den vorigen Meistercoach Slot nach der enttäuschenden abgelaufenen Saison von seinen Aufgaben entbunden. Die Niederlande müssen spätestens bis zum Nations-League-Auftakt gegen Deutschland am 24. September in Amsterdam einen neuen Trainer gefunden haben.

Weitere Entwicklungen im Fußball

Der senegalesische Verbandschef Abdoulaye Fall hat sich einen Tag nach der Entlassung von Pape Thiaw kritisch über den ehemaligen Nationaltrainer geäußert. Fall machte Thiaw für eine vergiftete Atmosphäre im Team während der Fußball-WM verantwortlich. Hintergrund waren Verhandlungen um einen neuen Vertrag und Thiaws Forderungen nach einem höheren Gehalt, die zu einem „Vertrauensbruch“ führten.

Vor der Abreise zur WM hatte Thiaw, der seit seinem Vertragsende im Februar offenbar zunächst ohne Kontrakt arbeitete, eine Gehaltserhöhung gefordert. Beide Seiten einigten sich erst während des Turniers und klärten weitere Streitpunkte bezüglich der Bonuszahlungen. Laut Fall unterschrieb Thiaw den neuen Vertrag am Tag vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Norwegen.

Zeitweise soll Thiaw gedroht haben, nicht zur WM zu reisen, falls seine Forderungen nicht erfüllt würden. Senegals Präsident Bassirou Diomaye Faye soll ihn schließlich am Tag der geplanten Abreise in die Vereinigten Staaten umgestimmt haben. Fall kritisierte, dass Thiaw geglaubt habe, die Funktionäre des Verbands seien seine Feinde, was den Betrieb der Nationalmannschaft beeinträchtigte.

Die FIFA hat unterdessen erneut Gerüchte um eine mögliche Berührung des Balls mit einem Spidercam-Kabel beim Ausgleichstor Englands im Viertelfinale der WM gegen Norwegen zurückgewiesen. Der Fußball-Weltverband erklärte, dass auf dem Bildmaterial der Spidercam „klar zu sehen“ sei, dass die Kamera weder wackelt noch sich bewegt. Die Debatten entzündeten sich an einer Szene nach einem Abschlag von Norwegens Torwart Ørjan Nyland, bei dem der Ball bei Englands Anthony Gordon landete, der dann Jude Bellinghams Treffer zum 1:1 vorbereitete. Die FIFA versicherte, dass das Ballsignal die gesamte Zeit verfügbar war.

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Source: n-tv.de

Felix Brandt

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.