Der ivorische Fußball-Nationalspieler Yan Diomande (19) ist trotz anhaltender Wechselabsichten ins Trainingslager von Bundesligist RB Leipzig in Saalfelden nachgereist. Der von Real Madrid umworbene Profi erschien am Mittwoch beim Mannschaftsfrühstück. Diomande kehrte nach einem überstandenen Infekt, der ihn zunächst von der Reise mit dem Team abhielt, zur Leipziger Gruppe zurück.
Im Hintergrund laufen derweil weiterhin Verhandlungen mit dem spanischen Top-Klub. Nach Informationen gab es bisher keinen großen Durchbruch in den Gesprächen. Diomande, der sich mit Real Madrid bereits einig sein soll, absolvierte am Mittwochvormittag eine kurze Trainingseinheit.
Diomande trainiert wieder
Nach überstandenem Infekt kehrte der Ivorer um 11.25 Uhr auf den Platz zurück und trainierte im Schatten der Mannschaft. Mit Reha-Trainer Robert Friedrich absolvierte Diomande kurze Läufe und einige Übungen mit dem Ball. Seine Einheit war nach 23 Minuten beendet.
Anschließend erhielt Diomande einen Proteinshake und wurde im Golfcart zurück ins Hotel „Gut Brandlhof“ gefahren. Diese Kurzeinheit deutet darauf hin, dass der Spieler kein „Streikprofi“ ist und tatsächlich krank war. Sportgeschäftsführer Marcel Schäfer (42) betonte, dass es vermessen sei, Schlüsse zu ziehen, wenn Diomande aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Verfügung stehe.
Schäfer erklärte weiter, dass es klar gewesen sei, dass Diomande nachreisen würde, sobald es ihm besser gehe. Er beschrieb Diomande als einen jungen Mann mit vielen Stärken, der auch sehr dankbar für die bisherige Zeit und das große Investment sei, das RB Leipzig im letzten Jahr für ihn getätigt habe.
Verhandlungen über Ablösesumme
Als Diomande am Mittwoch den Platz verließ, verschenkte er sein Trikot an einen jungen RB-Fan. Die Verhandlungen zwischen RB Leipzig und Real Madrid treten in eine entscheidende Phase ein. Es sollen nur noch wenige Details zu klären sein.
Die endgültige Ablösesumme soll deutlich über der von RB Leipzig gewünschten Summe von 120 Millionen Euro liegen. Auch andere Berichte bestätigen diese Informationen. Eine Einigung vor dem nächsten Training am Donnerstag wird nicht ausgeschlossen.
Angesprochen auf die Verhandlungen erklärte Schäfer: „Es ist kein Staatsgeheimnis, dass Real Madrid und auch andere Klubs ihr Interesse hinterlegt haben. Zu Einzelheiten, was wir für Gespräche führen, sage ich nichts, das ist sehr vertraulich.“ Die Verhandlungen zwischen den beiden Vereinen werden als kompliziert beschrieben.
Es geht einerseits um die Transfersumme, wobei RB Leipzig garantierte 120 Millionen Euro verlangen soll, und andererseits um Beraterverträge. Hierbei soll es zu Streitigkeiten zwischen zwei Firmen kommen, mit denen Diomande bis vor kurzem und aktuell zusammengearbeitet hat.
Schäfer äußerte sich zu den Beraterverträgen in Saalfelden: „Es entzieht sich meiner Kenntnis, dass deswegen irgendwas gerade nicht funktioniert. Das ist aus meiner Perspektive falsch. Ich habe jetzt von niemandem gehört, irgendwas funktioniert nicht, weil sich da irgendjemand querstellt.“
Sowohl Trainer Martin Demichelis als auch Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer hatten zuvor betont, dass Diomande in Saalfelden erscheinen müsse, sobald er genesen sei. Die Vermutung, dass Diomande sich nach Madrid streiken wolle, ist damit vom Tisch.
Source: bild.de