Rücktritte nach kurzer Amtszeit
Der italienische Fußballverband FIGC erlebt einen unerwarteten Rückschlag. Medienberichten zufolge treten der Technische Direktor Paolo Maldini und sein Berater Leonardo nach nur 16 Tagen von ihren Ämtern zurück. Die beiden ehemaligen Fußballstars waren erst kürzlich mit hohen Erwartungen verpflichtet worden. Ihre Entscheidung wurde Verbandspräsident Giovanni Malagò mitgeteilt, der sich in Rom zu einem Treffen mit Vertretern der Liga und verschiedener Verbände aufhielt. Eine offizielle Bestätigung der Rücktritte stand zunächst noch aus, und auch Teilnehmer der Sitzung bestätigten den Vorgang laut Berichten vorerst nicht.
Maldini hatte seine Tätigkeit als Technischer Direktor gemeinsam mit Leonardo am 11. Juli aufgenommen. Der frühere Milan-Star setzte sich intern für seinen langjährigen Nationalmannschaftskollegen Andrea Pirlo als neuen Nationaltrainer ein. Dies geschah, nachdem Pep Guardiola, der ehemalige Trainer des FC Bayern und von Manchester City, dem Verband eine Absage erteilt hatte.
Diskussionen um Andrea Pirlo
Hintergrund der überraschenden Entwicklung ist die anhaltende Diskussion um Andrea Pirlo als potenziellen neuen Nationaltrainer Italiens. Pirlo, ein Weltmeister von 2006, hat inzwischen klargestellt, dass er für den Posten nicht mehr zur Verfügung steht. Dies ist auf die Kritik an seinen vielfältigen Verbindungen nach Russland zurückzuführen. Eine offizielle Mitteilung des Verbandes, die Pirlos Nicht-Kandidatur bestätigt, steht jedoch noch aus.
Zuvor gab es Berichte, dass sich die FIGC und Pirlo bereits auf einen Vierjahresvertrag bis zur Weltmeisterschaft 2030 geeinigt hätten. Der ehemalige Mittelfeldregisseur absolvierte 116 Länderspiele und war eine prägende Figur der italienischen Weltmeistermannschaft von 2006.

Am vergangenen Wochenende kamen jedoch Berichte auf, wonach Pirlos geschäftliche Verbindungen nach Russland die geplante Verpflichtung gefährden könnten. Pirlo ist derzeit als Trainer des United FC Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten tätig. Der Eigentümer dieses Klubs ist der russische Milliardär Sergej Lomakin. Darüber hinaus ist der italienische Mittelfeldspieler als globaler Markenbotschafter für den russischen Wettanbieter Fonbet aktiv.
Pirlo wies die Kritik an seinen Russland-Kontakten zunächst auf seinem Instagram-Konto zurück. Später berichtete er in einem neuen Eintrag, dass er erfahren habe, nicht mehr als Kandidat für den Trainerposten in Betracht gezogen zu werden. Er betonte, seine Arbeit in den Emiraten sei ausschließlich sportlicher und kommerzieller Natur und wies politische Zuschreibungen zurück. Russlands Botschafter in Italien, Alexej Paramonow, versicherte ihm daraufhin seine „volle Solidarität“.
Italiens Suche nach einem Trainer
Die Suche nach einem neuen Trainer für die italienische Fußball-Nationalmannschaft gestaltet sich zunehmend komplexer. Italien hatte im Frühjahr zum dritten Mal in Folge die Weltmeisterschaft verpasst, was zum Abschied des damaligen Nationaltrainers Gennaro Gattuso führte. Pirlo stand 2006 zusammen mit Gattuso in der Weltmeistermannschaft.

Nach dem Ende seiner Spielerkarriere, die Stationen bei den Mailänder Vereinen Inter und AC sowie bei Juventus Turin umfasste, trainierte Pirlo unter anderem Juventus und Sampdoria Genua. Die gesamte Debatte um die Trainernachfolge und die damit verbundenen Rücktritte von Maldini und Leonardo verfolgt Pirlo nach eigenen Angaben „mit großer Bitterkeit“.
Source: bild.de