Der FC Bayern München bereitet sich im Trainingslager in Rottach-Egern am Tegernsee auf die kommende Saison vor. Der Verein verfolgt dabei eine Strategie, die sowohl auf etablierte Stars als auch auf junge Talente setzt. Lothar Matthäus, ein Experte, sieht den deutschen Rekordmeister international konkurrenzfähig und analysiert die aktuelle Situation des Kaders sowie die Rolle von Joshua Kimmich im DFB-Team.
Matthäus ist überzeugt, dass Schlüsselspieler den Verein in diesem Sommer nicht verlassen werden. Er hatte bereits zuvor geäußert, dass Michael Olise beim FC Bayern bleiben wird. Die Mannschaft kann unter Trainer Vincent Kompany weiterhin erfolgreich zusammenarbeiten, da Vertrauen besteht und neue Optionen auf höchstem Niveau hinzugekommen sind. Dies stimmt Matthäus zuversichtlich, dass der FC Bayern in der kommenden Saison in der Champions League wieder vorne mitspielen kann und im nationalen Wettbewerb der klare Favorit ist.
Musialas Comeback und die Konkurrenz
Für Jamal Musiala steht nach einer schweren Fußverletzung, die er sich vor über einem Jahr zugezogen hatte, das Comeback im Fokus. Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft unterzog sich Musiala einer Operation, bei der eine Metallplatte in seinem Fuß entfernt wurde. Diese Entscheidung wurde in Absprache mit Trainer Vincent Kompany getroffen, um eine mögliche Zwangspause in der Winterpause zu vermeiden.
Musiala war beim offiziellen Trainingsstart des FC Bayern nicht auf dem Platz. Der 23-Jährige kann derzeit nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. Sein individuelles Training soll laut Informationen des Kicker am 31. Juli beginnen. Während der Rest der Mannschaft ins Trainingslager am Tegernsee und anschließend auf eine Asienreise nach Südkorea und Hongkong aufbricht, bleibt Musiala in München, um sein Reha-Programm an der Säbener Straße zu absolvieren.
Die Mannschaft kehrt am 8. August zurück, und Musiala soll dann schrittweise ins Mannschaftstraining integriert werden. Sein Ziel ist es, für den DFL-Supercup am 22. August gegen Borussia Dortmund wieder fit zu sein. Eine Woche später, am 29. August, beginnt die Bundesliga-Saison für den FC Bayern mit einem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart.
Matthäus betont, dass es für Musiala nun keine Ausreden mehr gibt, da er aufgrund der großen Konkurrenz, unter anderem durch Serge Gnabry, Olise und Lennart Karl, viele Spiele von der Bank aus bestreiten könnte. Gnabry und Harry Kane haben bereits eine gute Harmonie gezeigt. Auch Nathaniel Brown und Ismael Saibari werden als Verstärkungen gesehen, die ihre Qualitäten bereits unter Beweis gestellt haben. Saibari zog sich jedoch eine Oberschenkelverletzung zu und arbeitet ebenfalls in München an seiner Genesung.

Transfergerüchte und Kimmichs Rolle
Im Hinblick auf mögliche Verstärkungen hat Borussia Dortmund Said El Mala ins Visier genommen. Der 1. FC Köln fordert für den Spieler bis zu 50 Millionen Euro. Matthäus geht davon aus, dass eine Ablösesumme im Bereich von etwa 40 Millionen Euro zumindest für Gespräche sorgen sollte. El Mala soll an einem Wechsel nach Dortmund interessiert sein, da er die Möglichkeit sieht, in der Champions League zu spielen und sich unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp zu bewerben.
Matthäus äußert sich auch zur Rolle von Joshua Kimmich im DFB-Team. Er lobt Kimmichs Einstellung und ist ein Fan des Spielers. Trotz der durchwachsenen Turniere mit der deutschen Nationalmannschaft, die Kimmich selbst am meisten ärgern dürften, sieht Matthäus keinen Grund, seine Kapitänsrolle zu ändern. Rudi Völler, der DFB-Sportdirektor, erwartet unter Klopp keine großen Veränderungen auf der Kapitänsposition.
Matthäus ist überzeugt, dass Klopp Kimmich nicht als rechten Verteidiger einsetzen wird, sondern ihn in der Zentrale benötigt. Kimmich hat bei Bayern München über Jahre hinweg Führungsqualitäten gezeigt und war dort der „Quarterback“. Matthäus ist der Meinung, dass diese Führung im Zentrum während der Weltmeisterschaft gefehlt hat, als auf Kimmich in dieser Position verzichtet wurde. Er glaubt, dass Kimmichs Leistung bei der letzten Weltmeisterschaft weniger an ihm selbst, sondern eher an der Position lag, auf der er eingesetzt wurde.
Source: sport.sky.de