Ereignisse nach dem WM-Finale
Nach der 0:1-Niederlage Argentiniens gegen Spanien im WM-Finale kam es zu mehreren Vorfällen, die nun von der FIFA untersucht werden. Mehrere argentinische Spieler sollen ihre spanischen Gegenspieler nach dem Schlusspfiff körperlich attackiert haben. Diese Szenen haben in der Fußballwelt für Empörung gesorgt und führten zu scharfer Kritik von deutschen Fußballexperten.
Didi Hamann, ein bekannter Experte, forderte drastische Sperren für die beteiligten argentinischen Spieler. Er äußerte, dass die Argentinier durch ihr Verhalten „viele der Sympathien, die sie sich erspielt haben, durch Messi natürlich größtenteils, kaputtgemacht“ hätten. Ein weiterer Experte, Thomas Hitzlsperger, bezeichnete die beteiligten Spieler als „ekelhaft“.
Die FIFA hat aufgrund dieser Vorkommnisse eine Untersuchung eingeleitet. Die Disziplinarkommission des Weltverbandes hat einen Disziplinar- und Ethikermittler ernannt, um mögliche Verstöße gegen den FIFA-Disziplinarcode zu prüfen. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Geschehnisse nach dem Spiel.
Details der Vorfälle und Kritik
Unmittelbar nach dem Abpfiff ereigneten sich mehrere Auseinandersetzungen. Nahuel Molina soll dem jubelnden Rodri unvermittelt einen Schlag versetzt haben. Als Spaniens Eric Garcia seinem Teamkollegen zu Hilfe eilte, stieß der Atlético-Madrid-Profi ihn zu Boden. Anschließend stürmte Leandro Paredes auf Garcia zu und packte den Abwehrspieler am Hals. Betreuer, Co-Trainer Walter Samuel und Chefcoach Lionel Scaloni versuchten, den aufgebrachten Paredes zurückzuhalten.
Doch Paredes war nicht zu bremsen. Nachdem Thiago Almada den Spanier Gavi zu Boden gerissen hatte, ging Paredes auf den Barcelona-Star los. Er soll ihm ins Gesicht gelangt, zugeschlagen und ihn erneut zu Boden gestoßen haben. Lisandro Martínez, ein Innenverteidiger Argentiniens, verteidigte seinen Teamkollegen nach der Partie und lieferte eine Erklärung für dessen Verhalten, indem er angab, dass Pedri zuvor provoziert haben soll.
Die Eskalation nach dem Schlusspfiff war nicht die erste Auffälligkeit der argentinischen Mannschaft. Bereits während der Partie gegen Spanien zeigten sich zahlreiche argentinische Spieler durch Nickligkeiten, Schubser und Provokationen. Paredes, der nach der Halbzeitpause eingewechselt wurde, erhielt umgehend eine Gelbe Karte, was ihn jedoch nicht davon abhielt, weiter zu foulen. Enzo Fernandez musste nach einem Foul an Pau Cubarsi in der Nachspielzeit mit Gelb-Rot den Platz verlassen. Insgesamt erhielt Argentinien sechs Verwarnungen, während Spanien ohne eine einzige Karte blieb.
Auch im Halbfinale gegen England hatte Argentinien bereits eine harte Gangart gezeigt, die von England-Trainer Thomas Tuchel kritisiert wurde. Die Experten waren sich nach dem WM-Finale einig, dass Spanien verdient Weltmeister geworden ist und kritisierten Argentiniens destruktive Spielführung. Die Argentinier um Lionel Messi verzeichneten bis in die Schlussminuten keinen einzigen Torschuss und fielen hauptsächlich durch ruppiges Spiel auf.
Ermittlungen und Reaktionen
Die FIFA hat die Ermittlungen wegen der Vorfälle nach dem Endspiel eingeleitet. Es herrschte zunächst Verwirrung um eine mögliche Rote Karte gegen Paredes. Ersten Angaben zufolge soll Paredes eine Rote Karte gesehen haben, nachdem er Gavi am Leibchen gepackt, ihn im Gesicht getroffen und zu Boden geschubst hatte, nachdem er zuvor Eric Garcia geschubst hatte. Der offizielle Spielbericht des Weltverbandes verzeichnete jedoch nur eine Gelbe Karte für Paredes aus dem Spiel.
Nach Informationen eines britischen Senders verwies die FIFA darauf, dass es in diesem Moment keine disziplinarischen Maßnahmen gegen Paredes gegeben habe. Die FIFA soll zunächst berichtet haben, Schiedsrichter Slavko Vincic habe Paredes für seinen Ausraster nach dem Spiel die Rote Karte gezeigt, diese sei dann aber aus dem Spielbericht entfernt worden. Die FIFA bestätigte, dass keine disziplinarischen Maßnahmen gegen Paredes ergriffen worden seien.
Die Ermittlungen könnten sich nicht nur gegen Paredes richten, sondern auch gegen Nahuel Molina und Co-Trainer Roberto Ayala wegen möglichen Fehlverhaltens. Medienberichten zufolge soll Ayala den spanischen Spieler Dani Olmo geschlagen haben. Währenddessen nahmen die spanischen Weltmeister die Geschehnisse mit Humor. Bei den Feierlichkeiten in Madrid präsentierten die Spieler ein Plakat mit der Aufschrift „Velada del ano (auf Deutsch: Kampf des Jahres): Paredes vs Gavi“, eine spöttische Anspielung auf die Attacken des Argentiniers.

Die FIFA hat am Montag mitgeteilt, dass die Disziplinarkommission des Weltverbandes einen Disziplinar- und Ethikermittler ernannt hat, um mögliche Verstöße gegen den FIFA-Disziplinarcode im Zusammenhang mit den Vorfällen nach dem Spiel zu untersuchen.
Read Also
Source: web.de