Carapaz sichert sich Etappensieg
Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) hat die 18. Etappe der 113. Tour de France gewonnen. Der Ecuadorianer setzte sich über 185,2 Kilometer von Voiron nach Orcières-Merlette durch und erreichte die Bergankunft als Solist. Dies ist sein zweiter Tageserfolg bei einer Frankreich-Rundfahrt.
Carapaz überquerte die Ziellinie mit einem Vorsprung von 45 Sekunden vor dem Schweizer Mauro Schmid (Jayco – AlUla) und dem US-Amerikaner Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike). Valentin Paret-Peintre (Soudal – Quick-Step) aus Frankreich belegte den vierten Platz mit einem Rückstand von 1:14 Minuten, während der Norweger Tobias Johannessen (Uno-X Mobility) Fünfter wurde mit 1:57 Minuten Rückstand.
Nach seinem Sieg äußerte sich Carapaz: „Es ist ein sehr besonderer Moment, hier bei der Tour zu gewinnen. Es ist etwas, wofür man einfach alles geben muss. Ich möchte diesen Sieg meiner Familie widmen. Das ist das Wichtigste für mich.“ Der Sieg gelang ihm nach mehreren erfolglosen Attacken im bisherigen Verlauf der Tour.

Rennverlauf und Favoritengruppe
Nach zahlreichen Attacken an der Cote d’Engins, wo sich Paret-Peintre den Bergpreis vor Carapaz sicherte, bildete sich eine Spitzengruppe. Dieser gehörten unter anderem Mads Pedersen, Jorgenson, Johannessen, Pablo Castrillo (Movistar), Thymen Arensman (Netcompany – Ineos), Nicolas Breuillard (TotalEnergies) und Felix Engelhardt (Jayo – AlUla) an. Später stieß Romain Grégoire (Groupama – FDJ United) hinzu.
Hinter der Spitzengruppe formierten sich weitere Verfolgergruppen. Die von Paret-Peintre und Carapaz angeführte erste Verfolgergruppe schloss kurz vor der zweiten Bergwertung die Lücke zur Spitze. Die neue, nun 14-köpfige Spitzengruppe umfasste auch Schmid, Egan Bernal (Netcompany – Ineos), Raul Garcia Pierna (Movistar) und Mathias Vacek.
Das Team von Tadej Pogačar (UAE – Emirates – XRG) kontrollierte das Geschehen hinter den Spitzengruppen. Allerdings fehlten mit Tim Wellens, Brandon McNulty und Florian Vermeersch drei Fahrer des Teams, die bereits am ersten Anstieg den Anschluss verloren hatten.
Pogačars Gelbes Trikot und Gerüchte um seine Gesundheit
Tadej Pogačar erreichte das Ziel mit einem Rückstand von etwa viereinhalb Minuten in der kleinen Favoritengruppe. Er verteidigte sein Gelbes Trikot auf der ersten von drei Alpenetappen gegenüber Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe), dessen Rückstand unverändert 4:32 Minuten beträgt. Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) bleibt Dritter mit 6:51 Minuten Rückstand, gefolgt von Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) mit 7:11 Minuten und Juan Ayuso (Lidl – Trek) mit 9:22 Minuten.
Gerüchte über mögliche gesundheitliche Probleme des Gesamtführenden Pogačar kursieren, die durch die Wahl seiner Hose angeblich befeuert werden. Diese Spekulationen kommen am Tag vor der Königsetappe auf.
Entscheidende Phase und Carapaz‘ Solofahrt
Mads Pedersen gewann den Zwischensprint 56 Kilometer vor dem Ziel und sicherte sich 25 Punkte für die Punktewertung, bevor er sich zurückfallen ließ. Kurz darauf zerfiel die Spitzengruppe, wobei Carapaz, Jorgenson, Johannessen, Paret-Peintre, Garcia Pierna und Schmid an der Spitze blieben.
19 Kilometer vor dem Ziel gewann Paret-Peintre an einem Anstieg der 3. Kategorie zwei Bergpunkte vor Carapaz. Das verbleibende Sextett nahm den 7,1 Kilometer langen Anstieg nach Orcières-Merlette mit einem Vorsprung von 5:40 Minuten in Angriff. Der maximale Vorsprung der Ausreißer hatte zuvor mehr als acht Minuten betragen.
4,5 Kilometer vor dem Ziel attackierte Jorgenson in der Fluchtgruppe. Kurz darauf beschleunigte Carapaz und konnte alle Begleiter 3400 Meter vor dem Ende abschütteln. Der Abstand des Solisten zu Jorgenson und Schmid wuchs schnell, während Paret-Peintre zurückfiel. Carapaz feierte seinen Etappensieg nach fast viereinhalb Stunden Fahrzeit.
Im Sprint um den zweiten Platz setzte sich Schmid mit einer Radlänge Vorsprung vor Jorgenson durch. Der erschöpfte Paret-Peintre wurde Vierter mit einem Rückstand von 1:14 Minuten auf den Sieger. Aus der Favoritengruppe gab es keine weiteren Attacken, abgesehen vom Schlusssprint, den Lenny Martinez (Bahrain Victorious) gewann, ohne dass sich dabei Zeitabstände ergaben.
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Source: radsport-news.com