Wimbledon: Nosková gewinnt Finale gegen Muchová

Wimbledon: Linda Noskova dominiert Landsfrau und gewinnt das Finale - BILD

Die tschechische Tennisspielerin Linda Nosková hat das Wimbledon-Finale gegen ihre Landsfrau Karolína Muchová gewonnen. Auf dem Centre Court setzte sich die 21-Jährige mit 6:2, 5:7 und 6:3 durch und sicherte sich damit ihren ersten Grand-Slam-Titel. Dieser Erfolg markiert einen bedeutenden Meilenstein in Noskovás Karriere, da ihre bisher beste Platzierung bei einem Grand-Slam-Turnier das Viertelfinale der Australian Open 2024 war.

Das rein tschechische Finale war ein Höhepunkt des Turniers. Muchová, die 2023 im Finale der French Open stand, und Nosková hatten sich beide mit starken Leistungen ins Endspiel gespielt. Die beiden Kontrahentinnen kennen sich gut, was zu einem facettenreichen Rasentennis führte.

Noskovás Weg zum Titel

Nosková zeigte im ersten Satz eine dominante Leistung und gewann diesen schnell mit 6:2. Seit dem Achtelfinale hatte sie bis zum Finale keinen einzigen Satz abgegeben, was ihre beeindruckende Form unterstrich. Auch im zweiten Satz schien Nosková auf dem Weg zu einem klaren Sieg zu sein, als sie beim Stand von 5:2 ihre ersten Matchbälle erspielte.

Doch Muchová kämpfte sich zurück. Sie verkürzte auf 3:5 und nutzte die Nervosität ihrer jüngeren Landsfrau aus, die plötzlich ihren Aufschlag abgab. Muchová schaffte den Ausgleich zum 5:5 und wehrte dabei einen weiteren Matchball ab. Das Spiel entwickelte sich zu einem echten Thriller, in dem Nosková, die zuvor 70 Minuten lang alles im Griff hatte, plötzlich wackelte. Ihr erster Aufschlag kam nicht mehr zuverlässig, und sie traf mehrere Fehlentscheidungen. Muchová nutzte dies aus, machte ein weiteres Break und ging mit 6:5 in Führung, bevor sie den Satz mit 7:5 für sich entschied und das Match in den dritten Satz zwang.

Die Situation erinnerte an das Finale von 1993, als Jana Novotna gegen Steffi Graf im dritten Satz mit 4:1 führte, bevor sie das Spiel noch verlor. Novotna gewann ihren Wimbledon-Titel erst fünf Jahre später. Im dritten Satz des diesjährigen Finales fand Nosková jedoch zu ihrer Form zurück. Sie ging schnell mit 3:0 in Führung und hielt das Momentum auf ihrer Seite. Diesmal hielt sie das Break und sicherte sich den dritten Satz mit 6:3. Mit ihrem sechsten Matchball gewann sie schließlich den Titel.

Ehrung und weitere Turnierereignisse

Nach ihrem Triumph erhielt Nosková die Trophäe von Prinzessin Kate, der Schirmherrin des All England Lawn Tennis and Croquet Clubs seit 2016. Prinzessin Kate verfolgte das Finale von der Royal Box auf dem Centre Court aus.

Neben dem Damen-Einzel gab es weitere bemerkenswerte Ergebnisse in Wimbledon. Im Herren-Doppel sicherten sich Harri Heliövaara und Henry Patten zum zweiten Mal nach 2024 den Titel. Das finnisch-britische Doppel besiegte Marcelo Arévalo und Mate Pavic mit 7:6 (7:4), 7:6 (7:3) und führt damit auch die Doppel-Weltrangliste der Männer an.

Im Mixed-Doppel gewannen Jelena Ostapenko und Marcelo Arévalo ihren ersten Wimbledon-Titel. Sie besiegten Storm Hunter und Marc Polmans im Finale mit 4:6, 7:5, 6:2. Arévalo hatte zudem die Möglichkeit, ein „Doppel-Double“ zu erreichen, da er mit seinem Partner Mate Pavic im Herren-Doppel-Halbfinale das deutsche Duo Kevin Krawietz und Tim Pütz geschlagen hatte.

Das Finale der Herren wird zwischen Alexander Zverev und Jannik Sinner ausgetragen. Zverev erreichte als erster Deutscher seit Boris Becker im Jahr 1995 das Endspiel von Wimbledon, nachdem er im Halbfinale Arthur Fery besiegte. Sinner setzte sich im zweiten Halbfinale gegen Novak Djokovic durch. Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich angekündigt, das Finale am Sonntag zu besuchen.

Noskovás Sieg setzt die tschechische Erfolgsgeschichte in Wimbledon fort, da sie die dritte Spielerin ihres Landes seit 2023 ist, die das Turnier gewonnen hat.

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Source: bild.de

Felix Brandt

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.