Bei RB Leipzig laufen die Planungen für die kommende Saison auf Hochtouren, wobei Sportchef Marcel Schäfer intensiv an der Kaderzusammenstellung arbeitet. Die Verantwortlichen des Vereins betonen die Bedeutung von Transfereinnahmen für die finanzielle Balance des Klubs. Dies wurde von Clubchefin Tatjana Haenni unterstrichen, die erklärte, dass Transfererlöse für RB Leipzig sehr wichtig seien und die Dynamik des Geschäfts manchmal dazu führe, dass Entwicklungen auf der einen Seite schneller voranschreiten als auf der anderen.
Die „budgettechnische Balance“ des Vereins ist derzeit noch nicht vollständig gegeben, soll sich aber laut Haenni in den kommenden Wochen ändern. Dies ist auch notwendig, da Ende Juli sieben weitere Spieler, die an der Weltmeisterschaft teilgenommen haben, zum Kader stoßen werden. Mit dem erwarteten Neuzugang Maxime Esteve vom FC Burnley würde der Kader mindestens 33 Spieler umfassen. Trainer Martín Demichelis strebt zwar eine doppelte Besetzung jeder Position an, benötigt jedoch nicht so viele Profis.
Marktsituation und Spielerabgänge
Die aktuelle Marktsituation wird maßgeblich von der Premier League beeinflusst. Marcel Schäfer wies darauf hin, dass die Premier League sowohl sportlich als auch wirtschaftlich sehr attraktiv ist, was sich auch auf dem Transfermarkt widerspiegelt. Er merkte an, dass jeder Premier-League-Club in der Lage sei, Transfers in einem Umfang zu tätigen, wie es in Deutschland nur drei oder vier Topklubs, einschließlich der Aufsteiger, könnten. Die Situation hat sich nach dem vorzeitigen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft nicht verbessert.
In diesem Kontext steht auch das Interesse an Spielern aus der zweiten Reihe. Ein Beispiel hierfür ist Lukas Klostermann, der in der Vorsaison eher als Reservist agierte und erneut als Verkaufskandidat gilt. Für den bis 2028 unter Vertrag stehenden 30 Jahre alten Topverdiener liegen jedoch keine übermäßig attraktiven Angebote vor. Hingegen laufen die Verträge der erfahrenen Spieler Peter Gulacsi (36 Jahre), Willi Orban (33) und Kapitän David Raum (28) nach dieser Saison aus.
Die Abwehr ist ein besonderes Anliegen des ehemaligen Weltklasse-Verteidigers Demichelis. Mit dem 21 Jahre alten Neuzugang Abdoul Koné und Wunschspieler Esteve (24) wurde die Verjüngung der Defensive eingeleitet. Schäfer beschrieb den aktuellen Stand als „Mittelstation“ nach einem erfolgreichen Umbruch im letzten Jahr und forderte weitere Verbesserungen, sowohl auf als auch außerhalb des Spielfelds. Ziel ist es, ein Klub zu werden, der nicht mehr auf zu hohe signifikante Transfereinnahmen angewiesen ist.
Der Fall Yan Diomande
Ein zentrales Thema in den Transferüberlegungen ist Yan Diomande, einer der gefragtesten Teenager im Weltfußball. Berichten zufolge bietet der FC Liverpool angeblich 100 Millionen Euro für den ivorischen Spieler. Trotz des großen Interesses von Top-Klubs aus England, Spanien und Frankreich hat RB Leipzig intern eine klare Entscheidung getroffen.
Es wird über einen „Geheimplan“ mit mehreren Bausteinen spekuliert, der die Zukunft von Diomande bei RB Leipzig sichern soll. Nach einem Machtwort von Marcel Schäfer soll Diomande noch eine weitere Saison in Leipzig bleiben. Die Beziehung zwischen Diomande und Manager Marcel Schäfer könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen. Zunächst sollen mit den zurückgekehrten Leihspielern wie Eljif Elmas (SSC Neapel), Arthur Vermeeren (Olympique Marseille) und Lutsharel Geertruida (AFC Sunderland) Einnahmen generiert werden.
Die Einnahmen aus dem Transfer von Loïs Openda zu Juventus Turin in Höhe von 42,75 Millionen Euro, die durch eine Kaufpflicht zustande kamen, reichen nicht aus, um die budgetäre Lücke zu schließen. Daher wird erwartet, dass auch Spieler wie die Franzosen Castello Lukeba und El Chadaille Bitshiabu den Verein verlassen könnten. Demichelis betonte die Bedeutung der „Körpersprache für die Mannschaft“ im Auswahlprozess und sein Credo, dass „Entwicklung kein Limit“ hat.
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Source: bild.de