Kane äußert sich zu Meinungsverschiedenheit zwischen Bellingham und Tuchel

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Diskussionen nach dem Viertelfinale

Nach dem knappen Viertelfinalsieg der englischen Nationalmannschaft gegen Norwegen, bei dem sich das Team von Trainer Thomas Tuchel mit 2:1 nach Verlängerung durchsetzte, kam es zu einer öffentlichen Meinungsverschiedenheit. Tuchel äußerte sich kritisch zur Leistung seiner Three Lions und betonte, dass er mit der Darbietung der Spieler nicht zufrieden sei und sich das Team das Spiel selbst unglaublich schwer gemacht habe.

Diese Äußerungen wurden dem Doppeltorschützen und Matchwinner Jude Bellingham von Gabriel Clarke, einem Journalisten des britischen TV-Senders ITV, vorgelegt. Bellingham widersprach seinem Trainer und merkte an, dass Tuchel möglicherweise nicht wisse, wie es sei, unter diesen Bedingungen gegen Spieler wie Erling Haaland, Ödegaard, Nusa und Sörloth zu spielen. Diese Diskussion sorgte in den englischen Medien für Aufsehen.

Kanes Einmischung und Medienkritik

Harry Kane, der Kapitän der englischen Nationalmannschaft, schaltete sich in die Debatte ein und kritisierte die Medien. Er äußerte sich beim britischen TV-Sender BBC und hinterfragte, was Bellingham auf Tuchels Aussagen hätte antworten sollen, wenn er direkt nach einem anstrengenden Spiel befragt wird und noch gar nicht wisse, was der Trainer gesagt habe.

Kane betonte, dass es leicht sei, Zwietracht zu säen, und bezeichnete dies als eine typisch englische Mentalität bei großen Turnieren. Er fügte hinzu, dass aus vielen Dingen einfach viel mehr gemacht werde, als tatsächlich dahinterstecke. Diese Kritik richtete sich klar gegen die englischen Medien, die seiner Meinung nach die Situation übermäßig aufbauschten.

Die englische Nationalmannschaft steht vor dem Halbfinale der WM gegen Argentinien. Das Spiel findet am Mittwochabend statt. Die Three Lions hoffen, ins Finale einzuziehen, was das erste WM-Finale seit 1966 wäre. Damals gewann England seinen ersten und einzigen Weltmeistertitel in einem legendären Finale gegen Deutschland.

Kahns Verteidigung von Tuchel

Trotz des Halbfinaleinzugs sah sich Thomas Tuchel Kritik ausgesetzt. Der ehemalige Fußball-Nationaltorhüter Oliver Kahn nahm Tuchel jedoch in Schutz. Kahn, der 57 Jahre alt ist, schrieb in einem Beitrag auf LinkedIn, dass die Reaktionen auf Tuchels Kritik mehr über die heutige Zeit als über den Fußball verraten würden. Er äußerte sich irritiert darüber, dass Fragen gestellt werden, warum ein Trainer eine Mannschaft nach einem Sieg kritisiert oder nicht lobt.

Kahn, der 2002 mit Deutschland WM-Zweiter wurde, argumentierte, dass Niederlagen zur Analyse zwingen, während Siege dazu verführen könnten, darauf zu verzichten. Er betonte, dass die eigentliche Führungsarbeit oft nicht nach einem verlorenen, sondern nach einem gewonnenen Spiel beginne. Tuchel habe keine schlechte Stimmung verbreitet, sondern etwas getan, das im Spitzensport selbstverständlich sein sollte.

Kahn hob hervor, dass Tuchel verhindert habe, dass ein Sieg wichtiger werde als die Wahrheit. Er führte weiter aus, dass der Unterschied zwischen guten und außergewöhnlichen Mannschaften sich nicht nach Niederlagen, sondern nach Siegen zeige. Kahn und Tuchel kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim FC Bayern, wo Kahn im März 2023 in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender Tuchel als Trainer verpflichtet hatte. Zwei Monate später trennte sich der Verein von Kahn.

Kahn und Tuchel arbeiteten kurz beim FC Bayern zusammen
Kahn und Tuchel arbeiteten kurz beim FC Bayern zusammenQuelle:picture alliance/dpa/Angelika Warmuth Credit: welt.de

Das Halbfinale der WM, in dem England auf Argentinien trifft, findet am Mittwochabend um 21:00 Uhr statt.

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Source: bild.de

Felix Brandt

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.