Reaktionen zum WM-Halbfinale: Frankreich akzeptiert Niederlage gegen Spanien

Reaktionen zum WM-Halbfinale: »Wir müssen das akzeptieren, es tut weh«

Enttäuschung bei Frankreich nach Halbfinal-Aus

Nach der WM-Halbfinalniederlage gegen Spanien herrschte bei der französischen Nationalmannschaft große Enttäuschung. Trainer Didier Deschamps äußerte, dass die Niederlage schmerzhaft sei und man anerkennen müsse, dass Spanien an diesem Tag auf einem anderen Niveau gespielt habe. Er betonte, dass man das Ergebnis akzeptieren müsse, auch wenn der Schmerz groß sei. Für Frankreich steht nun das Spiel um Platz drei an.

Auch Kylian Mbappé, der Kapitän der französischen Mannschaft, äußerte sich nach dem Spiel. Er erklärte, dass das Team weder taktisch noch technisch die gewünschte Leistung gezeigt habe. Mbappé betonte, dass man in einem WM-Halbfinale nicht gewinnen könne, wenn man nicht die volle Leistung abrufe. Er sprach davon, dass es ein Traum gewesen sei, das Finale zu erreichen und dem Land die Möglichkeit zu geben, weiter zu träumen und Geschichte zu schreiben. Mbappé fügte hinzu, dass man, wenn man verliert, dies auch mit erhobenem Haupt tun müsse.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron richtete nach der Niederlage tröstende Worte an die Équipe Tricolore. Er gratulierte zunächst Spanien und schrieb auf der Plattform X, dass die Niederlage schwer zu verkraften sei, das Team aber jung und voller Zukunft sei. Er dankte den Les Bleus für ihren Einsatz.

Spanien feiert Einzug ins Finale

Auf spanischer Seite herrschte nach dem 2:0-Sieg gegen Frankreich große Euphorie. Pedro Porro, der mit seinem Tor zum 2:0 die Entscheidung herbeiführte, zeigte sich überglücklich. Er betonte, dass es ein Sieg der gesamten Mannschaft sei und er sich nun erholen müsse, um für das Endspiel fit zu sein. Porro beschrieb das Spiel gegen einen „großartigen Gegner“ als anstrengend.

Nationaltrainer Luis de la Fuente lobte seine Mannschaft nach dem Einzug ins WM-Finale. Er hob hervor, dass das Team gegen eine der besten Mannschaften der Welt extrem gut gespielt habe. De la Fuente betonte die Leidenschaft, den Zusammenhalt und das große Talent seiner Spieler. Er zeigte sich stolz darüber, dass König Felipe VI. persönlich gratuliert hatte und man den Menschen auf den Straßen eine solche Freude bereiten konnte.

König Felipe VI. äußerte sich ebenfalls auf dem offiziellen Account des spanischen Königshauses bei X. Dort hieß es, die Mannschaft habe erneut gezeigt, warum sie zu den großen Nationalmannschaften der Welt gehöre. Es sei nun der Moment gekommen, um mit einem ganzen Land an der Seite um den Titel zu kämpfen. Ein Video zeigte den Monarchen mit seiner Familie, wie sie den Sieg vor dem Fernseher verfolgten und sich nach dem Schlusspfiff umarmten.

Deschamps‘ Schiedsrichter-Frage und taktische Einblicke

Nach dem Spiel stellte Didier Deschamps eine Frage bezüglich der Leistung des Schiedsrichters Ivan Barton aus El Salvador. Er fragte, ob dieser die Klasse für ein WM-Halbfinale gehabt habe, betonte jedoch gleichzeitig, dass er die Frage nicht selbst beantworten werde und der Schiedsrichter nicht der Grund für die Niederlage gewesen sei. Deschamps räumte ein, dass es strittige Situationen gegeben habe, teilweise auch zugunsten Frankreichs.

Luis de la Fuente, der spanische Trainer, verteidigte den Schiedsrichter und merkte an, dass man immer Ausreden finde, wenn es nicht wie gewünscht laufe. Die französische Defensive zeigte Schwächen, insbesondere nach der Auswechslung von William Saliba aufgrund einer Verletzung in der ersten Halbzeit. Für ihn kam Maxence Lacroix ins Spiel, der in seinem sechsten Länderspiel eine große Aufgabe zu bewältigen hatte.

Lacroix öffnete Raum, den Pedro Porro nach einem Doppelpass mit Dani Olmo nutzte, um das 2:0 zu erzielen. Deschamps musste sich auch Fragen zur Personalie Ibrahima Konaté gefallen lassen. Im Mittelfeld dominierte Rodri mit seinen spanischen Mitspielern durch geschickte Läufe und präzise Pässe. Deschamps erkannte an, dass seine Mannschaft technisch unterlegen war und Spanien wusste, was es tat. Er betonte, dass sie gezwungen waren zu verteidigen und dem Gegner nicht genug Probleme bereiten konnten. Die Offensive Frankreichs, die mit Spielern wie Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Bradley Barcola besetzt war, wirkte in diesem Spiel harmlos und hilflos. Kylian Mbappé äußerte, dass sie die Kritik der Leute akzeptieren müssten.

Die Ära von Didier Deschamps als Trainer der Équipe de France wird nach der Weltmeisterschaft enden. Er hatte dies bereits vor dem Turnier bekannt gegeben. Mbappé sagte, dass noch ein Spiel für Deschamps anstehe und sie ihr bestes Spiel für ihn abliefern müssten, da er es verdient habe. Trotz des WM-Titels 2018 und des Gewinns der Nations League 2021 bleibt nach dem dritten Scheitern an Spanien in einem Halbfinale das Gefühl, dass für die talentierten Franzosen mehr möglich gewesen wäre.

Ivan Barton hatte in der Mitte der ersten Hälfte einen Elfmeter für Spanien gegeben, den Mikel Oyarzabal in der 22. Minute zum fünften WM-Tor nutzte. Zuvor hatte Lucas Digne im Strafraum Lamine Yamal getroffen, was zum Strafstoß führte. Barton hatte im Halbfinale seinen vierten Einsatz bei der Weltmeisterschaft.

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Source: zeit.de

Felix Brandt

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.