Deutsche Starterinnen bei der Tour de France Femmes
Die 5. Tour de France Femmes beginnt am 1. August in Lausanne und endet am 9. August in Nizza. Insgesamt sechs deutsche Fahrerinnen nehmen an dem Rennen teil, das über neun Etappen, 1175 Kilometer und fast 19.000 Höhenmeter führt. Die Bedingungen für die deutschen Starterinnen sind unterschiedlich, wobei zwei ihr Tour-Debüt geben und zwei bereits zum fünften Mal dabei sind.
Zu den deutschen Hoffnungen zählen Franziska Koch, Antonia Niedermaier, Liane Lippert, Kathrin Ludwig, Rosa Klöser und Clara Riedmann. Keine der deutschen Fahrerinnen gilt als Top-Favoritin auf das Gelbe Trikot, jedoch bestehen Chancen auf deutsche Etappensiege.
Profil der deutschen Fahrerinnen
Franziska Koch (FDJ United – Suez) hat eine starke Saison hinter sich, gekrönt vom Sieg bei Paris – Roubaix. Sie trug im Mai zwei Tage lang das Rote Führungstrikot und verteidigte ihren Titel bei den Deutschen Meisterschaften im Straßenrennen. Bei der Tour de France Femmes wird sie als Helferin für Demi Vollering eingesetzt, die das Gelbe Trikot anstrebt. Kochs Fähigkeiten könnten besonders auf den ersten Etappen und im Zeitfahren am vierten Tag von Vorteil sein.
Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM) reist mit großem Selbstvertrauen zu ihrem Tour-Debüt, nachdem sie Zweite beim Giro d’Italia wurde. Die 23-Jährige soll in erster Linie Helferdienste für Kasia Niewiadoma verrichten, die 2024 die Tour gewann und im Vorjahr Dritte wurde. Niedermaiers Kletterstärke und ihre Leistung im Zeitfahren, wo sie bei den Deutschen Meisterschaften Zweite hinter Koch wurde, könnten sie zu einer wichtigen Fahrerin für ihr Team machen. Ein Platz unter den Top Ten im Gesamtklassement scheint für Niedermaier möglich.
Liane Lippert (Movistar) ist eine der beiden deutschen Fahrerinnen, die seit der ersten Ausgabe der Tour de France Femmes im Jahr 2022 immer dabei waren. Die 28-Jährige wird hauptsächlich als Helferin für Marlen Reusser agieren, die zu den Mitfavoritinnen zählt. Lippert zeigte zuletzt eine aufsteigende Form und fuhr bei der Vuelta a España dreimal unter die Top Ten. Sie hofft auf Einzelerfolge und könnte auf späteren Tagesabschnitten Chancen erhalten, nachdem sie bereits drei Etappen beim Giro d’Italia gewann.
Kathrin Ludwig (Cofidis) hat ebenfalls an allen bisherigen Ausgaben der Tour de France Femmes teilgenommen. Die Ambitionen ihres Teams sind geringer als die größerer Rennställe. Ludwig wird voraussichtlich versuchen, sich in Ausreißergruppen zu zeigen. Im Zeitfahren könnte sie auf eigene Rechnung fahren und freut sich besonders auf die Etappen nach dem Zeitfahren, insbesondere die zum Mont Ventoux.
Rosa Klöser (Canyon – SRAM) ist eine Tour-Debütantin und wird als Helferin für Kasia Niewiadoma starten. Die Gravelspezialistin fährt seit dem vergangenen Jahr vermehrt Straßenrennen und kam erst mit 24 Jahren zum Radsport. Klöser hat Ambitionen als Ausreißerin, insbesondere auf der 1. Etappe, wo ihre Fähigkeiten als Klassikerspezialistin für ihr Team wichtig sein könnten.
Clara Riedmann (Lotto – Intermarché Ladies) startet mit einem ProTeam und gilt als eine der größten Hoffnungen auf ein gutes Ergebnis. Die 23-Jährige hat sich seit ihrer letzten Tour-Teilnahme vor zwei Jahren stetig weiterentwickelt und zeigte zuletzt gute Form bei ProSeries-Rennen. Als Klassikerspezialistin wird sie von ihrem Team Freiheiten erhalten, um sich in Ausreißergruppen auf hügeligen Etappen zu versuchen. Ihre Endschnelligkeit bewies sie mit einem siebten Platz auf der Schlussetappe der Tour de Pologne.
Streckenführung und Höhepunkte
Die Tour de France Femmes beginnt in Lausanne und führt über neun Etappen nach Nizza. Die Strecke umfasst drei Flachetappen, drei hügelige Abschnitte, zwei Bergetappen und ein Einzelzeitfahren über 21 Kilometer. Mit 1175 Kilometern und 18.795 Höhenmetern ist es die längste und anspruchsvollste Austragung seit der Neuauflage im Jahr 2022.
Ein Schlüsselabschnitt ist die 7. Etappe mit der ersten Bergankunft am Mont Ventoux in der Geschichte der Tour de France Femmes. Das Einzelzeitfahren nach Dijon auf der 4. Etappe könnte bereits größere Abstände zwischen den Top-Favoritinnen schaffen. Die 8. Etappe nach Nizza und das Finale rund um den Col d’Èze bieten weitere Angriffsmöglichkeiten für die Klassementfahrerinnen. Die Tour de France Femmes zählt zu den bestdotierten Rennen im Frauenradsport, mit einem Preisgeld von insgesamt 250.000 Euro, wobei die Siegerin der Gesamtwertung 50.000 Euro erhält.
Die Tour de France Femmes verspricht ein offenes Rennen mit einem hochkarätigen Starterfeld, darunter Titelverteidigerin Pauline Ferrand-Prévot, Ex-Siegerinnen Demi Vollering und Kasia Niewiadoma-Phinney, sowie die Vuelta-Siegerin Paula Blasi.

Die Strecke endet am 9. August in Nizza.
Source: radsport-news.com