Tuchel in der Kritik trotz WM-Erfolgs
Nach dem Abschluss der Weltmeisterschaft, bei der Spanien den Titel gewann, Argentinien Zweiter und England Dritter wurde, steht der deutsche Nationaltrainer Thomas Tuchel in England in der Kritik. Der ehemalige deutsche Nationalspieler Markus Babbel äußerte sein Unverständnis über diese Situation. Tuchel führte die englische Nationalmannschaft zum dritten Platz, dem besten WM-Ergebnis seit 60 Jahren.
Babbel erklärte gegenüber „ran“, dass Tuchel von Anfang an auf große Skepsis stieß, nicht wegen seiner Fähigkeiten als Trainer, sondern aufgrund seiner deutschen Herkunft. Er betonte, dass England bis zum Halbfinale sehr gut gespielt habe, auch wenn sie nicht überragend waren. Babbel war sich sicher, dass Tuchel bei jedem Rückschlag einem „Monster-Shitstorm“ ausgesetzt sein würde.
England verlor sein Halbfinale gegen Argentinien. Nach dieser Niederlage stellten Experten und die Presse vor allem Tuchels Wechsel infrage. Der ehemalige Premier-League-Torschützenkönig Chris Sutton bezeichnete dies als „Coaching-Katastrophe“. Gary Lineker spottete sogar, ob Tuchel ein „deutscher Spion“ sei, da die Deutschen selbst nicht gut abschnitten und nicht über die Gruppenphase hinauskamen.
Babbel ist der Ansicht, dass Tuchel selbst bei einem Weltmeistertitel nicht die volle Akzeptanz des englischen Publikums erhalten hätte und beim nächsten Rückschlag sofort wieder unter Beschuss geraten wäre. Er verwies auf die Fakten: England spielte eine überragende Qualifikation ohne Gegentor und erreichte bei der WM das Halbfinale, um dann als „größte Bratwurst hingestellt“ zu werden. Babbel lobte Tuchels Leistung, eine kämpfende Mannschaft mit klaren Anführern wie Harry Kane und Jude Bellingham geformt zu haben.
Tuchels emotionale WM-Reise
Thomas Tuchel zeigte sich nach dem Spiel um Platz drei ausgelassen und lachend. Er scherzte mit Declan Rice, umarmte FC-Bayern-Star Harry Kane und lachte mit John Stones. Dieser dritte Platz war ein Trostpreis nach dem schmerzhaften Ausscheiden gegen Argentinien im Halbfinale, das eine Welle der Empörung und Enttäuschung auslöste.
Tuchel betonte, dass es die erste Medaille seit 60 Jahren und die beste WM auf fremdem Boden sei. Er äußerte die Hoffnung, dass die Spieler stolz darauf seien, und erinnerte daran, dass man sich vor 18 Monaten ein sehr ambitioniertes Ziel gesetzt hatte. Das Verpassen des Titels sei „sehr schmerzhaft“, und obwohl der Schmerz vergehen werde, bleibe die Narbe.
Tuchel lobte die Mentalität seiner Mannschaft, die „etwas ganz Besonderes geschaffen und das erneut gezeigt hat“. Die Niederlage gegen Argentinien saß den Engländern noch tief in den Knochen, und Tuchel sah zunächst keinen Sinn in dem Spiel um den dritten Platz. Doch die Three Lions zeigten eine starke Leistung gegen Frankreich, um sich bei ihren Fans zu entschuldigen.
In der ersten Halbzeit überrollte England die Franzosen förmlich und führte zur Pause. Spieler wie Harry Kane und Jude Bellingham saßen zunächst auf der Bank. Die Mannschaft zeigte den „exciting Fußball“, den Tuchel vor dem Turnier versprochen hatte, um sich vom oft brav wirkenden Vorgänger Gareth Southgate abzuheben. Selbst Kylian Mbappé war nach dem dritten Gegentor verblüfft. Die Franzosen verkürzten jedoch innerhalb kurzer Zeit.

Reaktionen und Ausblick
Nach dem Halbfinal-Aus wurde Tuchel von Experten, ehemaligen Top-Spielern und Sportlegenden heftig kritisiert. Einige forderten sogar seine Entlassung. Wayne Rooney sagte bei der BBC, Tuchel habe aufgegeben und Englands WM-Traum ruiniert. Trotzdem soll Tuchel bis zur Europameisterschaft 2028 Trainer bleiben.
Tuchel erlebte während der WM ein Wechselbad der Gefühle. Er wurde mit britischer Vorsicht empfangen und stieß auf Skepsis, nachdem er Stars wie Phil Foden oder Harry Maguire nicht in den WM-Kader berufen hatte. Nach emotionalen Kabinenansprachen und Interviews wurde er zum Hoffnungsträger und nach einem 4:2-Auftakterfolg gegen Kroatien mit offensivem Fußball zum „Allheilsbringer“.
Es folgten solide Spiele, bis zur Niederlage gegen Mexiko, wo England in Unterzahl eine Führung verteidigte. Nach einem Sieg gegen Norwegen im Viertelfinale kam der Tiefpunkt im Halbfinale gegen Argentinien, wo Harry Kane und Co. eine Führung verspielten. Die südamerikanischen Rivalen drehten das Spiel in den letzten zehn Spielminuten.
Tuchel wurde zum Buhmann der Nation, und die britische Boulevardpresse bezeichnete den Auftritt als „Vollkatastrophe“. Er durchlief eine Metamorphose vom Neuen zum Hoffnungsträger, zum Buhmann und schließlich wieder zum Gefeierten. Die Bronzemedaille kann die Schmach gegen Argentinien nicht vollständig vergessen machen, aber ein Sieg bei der Heim-EM 2028 könnte dies ändern.
Harry Kane stärkte seinen Trainer nach dem gewonnenen Spiel um Platz drei gegen Frankreich, indem er erklärte, dass auch die besten Trainer Fehler machen und sich verbessern müssen.
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Source: sportbild.bild.de