In Voiron konnte sich der belgische Radsportler Jasper Philipsen auf der 17. Etappe der Tour de France seinen ersten Sieg in der aktuellen Auflage sichern. Nach 174,7 Kilometern von Chambéry nach Voiron setzte sich Philipsen im Sprint durch. Er verwies den Schweizer Mauro Schmid und den Niederländer Olav Kooij auf die Plätze zwei und drei. Dieser Erfolg markiert für Philipsen einen wichtigen Moment, nachdem er in den vorherigen Sprints der Tour nicht die gewünschte Leistung erbringen konnte, selbst mit der Unterstützung seines Anfahrers Mathieu van der Poel.
Philipsen, der nun seinen ersten Etappensieg bei dieser Tour verbuchen konnte, hatte in der Vergangenheit bereits Herausforderungen zu meistern. Bei einer früheren Tour musste er nach einem Sturz mit einem Schlüsselbeinbruch und einer Rippenfraktur aufgeben, nachdem er zuvor eine Etappe gewonnen und das Gelbe Trikot getragen hatte. Sein aktueller Sieg wurde von ihm als „Happy End“ beschrieben, und er ließ sich nach der Ziellinie überglücklich auf den Boden fallen. Er betonte, dass die ersten zwölf Tage „schrecklich“ gewesen seien und widmete den Sieg seinem Team, das stets an ihn geglaubt habe.
Favoriten halten sich zurück
Die Favoriten im Gesamtklassement, angeführt von Tadej Pogacar, nutzten die Etappe vor den bevorstehenden schweren Alpen-Etappen für eine „Bummel-Etappe“. Sie erreichten das Ziel mit einem Rückstand von fast neun Minuten auf die Spitze. Der slowenische Weltmeister Pogacar verteidigte damit seine Führung im Gesamtklassement. Er liegt weiterhin 4:32 Minuten vor dem belgischen Fahrer Remco Evenepoel. Der mexikanische Teamkollege von Pogacar, Isaac del Toro, belegt den dritten Platz mit einem Rückstand von 6:51 Minuten.
Ein Sturz rund 150 Kilometer vor dem Ziel sorgte kurzzeitig für eine Schrecksekunde im Peloton, in den unter anderem Tom Pidcock, Fred Wright und Lenny Martinez verwickelt waren. Glücklicherweise konnten alle Beteiligten die Etappe fortsetzen, da sie nach ersten Erkenntnissen unverletzt blieben.
Deutsche Fahrer und die Alpen-Trilogie
Für den deutschen Fahrer Florian Lipowitz endete das Frankreich-Abenteuer bereits am Vortag. Er stürzte im Einzelzeitfahren und erlitt einen Schlüsselbeinbruch, woraufhin er operiert wurde. Es wird erwartet, dass Lipowitz eine Zwangspause von mindestens sechs Wochen einlegen muss. Teamchef Ralph Denk äußerte sich „mega enttäuscht“ über den Ausfall seines Fahrers, der zum Zeitpunkt des Starts der 17. Etappe noch im Krankenhaus war.
Auf der Fahrt nach Voiron gab es einen intensiven Kampf um einen Platz in der Ausreißergruppe. Der deutsche Meister Felix Engelhardt war lange Zeit dabei und zeigte sich zufrieden mit dem zweiten Platz seines Teamkollegen Schmid. Engelhardt bemerkte, dass er in seiner Ausreißergruppe mit Fahrern wie Jasper Stuyven und Mads Pedersen, die Monumente gewonnen haben, die „kleinste Kerze auf dem Kuchen“ gewesen sei.
Ab Donnerstag beginnt die sogenannte Alpen-Trilogie mit der Bergankunft in Orcières-Merlette, gefolgt von zwei Etappen im Radsport-Mekka Alpe d`Huez. Diese Etappen werden die Stars der Branche fordern. Pogacar scheint auf dem Weg zu einem möglichen fünften Toursieg kaum zu stoppen zu sein. Ralph Denk äußerte sich dazu, dass er im direkten Vergleich Mann gegen Mann keine Chance für seinen Kapitän Evenepoel sieht. Ein prominenter Helfer von Pogacar, Adam Yates, hatte am Mittwoch Schwierigkeiten und erreichte das Ziel weit hinter dem Hauptfeld, konnte aber dank der Unterstützung seines Teamkollegen Tim Wellens innerhalb der Karenzzeit bleiben.
Der Erfolg von Philipsen hat auch den Kampf um das Grüne Trikot intensiviert. Der Belgier hat nun sieben Punkte Rückstand auf Pedersen. Der beste deutsche Radprofi auf dieser Etappe war Georg Zimmermann auf Rang 18. Er zeigte sich sehr zufrieden mit der Teamleistung. Die Tour de France wird am Donnerstag mit dem Auftakt der Alpen-Trilogie fortgesetzt.
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Source: radiohochstift.de