Die kürzlich beendete Weltmeisterschaft hat zahlreiche Eindrücke hinterlassen, von unerwarteten Spielerleistungen bis hin zu organisatorischen Besonderheiten. Während das Turnier einen verdienten Weltmeister hervorbrachte, war es auch von einer Reihe von Widersprüchen geprägt. Trotz aller Kontroversen schien die Faszination des Fußballs ungebrochen, und die Veranstaltung bot Gelegenheiten für überraschende Entdeckungen und emotionale Momente.
Besonders hervorzuheben sind die Leistungen einiger Schweizer Spieler. Gregor Kobel etablierte sich als einer der besten Torhüter des Turniers und trat damit aus dem Schatten von Yann Sommer. Der Datenanbieter Opta bewertete Kobel als den besten Torhüter der WM. Auch Ricardo Rodriguez wurde als bester Linksverteidiger ausgezeichnet. Weitere Schweizer Spieler wie Granit Xhaka, Johan Manzambi und Ruben Vargas erhielten Top-5-Bewertungen in ihren jeweiligen Kategorien. Manzambi wurde als eines der aufregendsten Schweizer Offensivtalente seit Xherdan Shaqiri beschrieben.
Schweizer Leistungen und internationale Eindrücke
Die Schweizer Nationalmannschaft erreichte bei dieser WM ihre beste Leistung in der Geschichte des Turniers. Granit Xhaka, als Anführer alter Schule, spielte dabei eine zentrale Rolle, auch wenn seine Art nicht immer bei allen im Team Anklang fand. Murat Yakin, der Trainer der Schweiz, erfuhr ebenfalls positive Aufmerksamkeit.
International sorgte Erling Haaland für Aufsehen, obwohl er nicht direkt am Turnier teilnahm. Sein Profil gewann in den letzten Wochen erheblich an Bedeutung. Die Ruder-Aktion der Norweger, die von einem Influencer ins Leben gerufen wurde, zog ebenfalls Blicke auf sich. Im Gegensatz dazu stand die herzliche Beziehung zwischen dem algerischen Team und seinen Gastgebern in Lawrence, Kansas, die die verbindende Kraft des Sports demonstrierte.
Die WM war auch von der Präsenz vieler Teams geprägt. Eines der 16 zusätzlichen Teams, die ohne die Turniererweiterung nicht dabei gewesen wären, Paraguay, erreichte das Achtelfinale. Die 16 zusätzlichen Nationen holten im Schnitt 0,7 Punkte pro Spiel. Die Fifa-Rekordeinnahmen von rund 15 Milliarden US-Dollar wurden von allen gerne angenommen, trotz der Kritik an der Vergrößerung des Turniers.
Die WM war auch eine Weltmeisterschaft der Widersprüche. Es gab zahlreiche Premieren, sowohl positive als auch negative. Dazu gehörten Tore, die durch ungewöhnliche Umstände entstanden, und Spieler, die nicht zu ihren Spielen einreisen durften. Die Fifa selbst geriet in die Kritik, da sie ihre eigenen Regeln in Bezug auf Halbzeitshows, Trinkpausen und politische Neutralität missachtete.

Kontroversen und die Faszination des Fußballs
Die Fifa-Anpassungen, wie die Regeln für weniger Zeitspiel und mehr Spielfluss, wurden als erfolgreich bewertet. Dennoch gab es Kritik an der Organisation, beispielsweise an der Anordnung von Hydration Breaks bei 18 Grad in Vancouver oder dem Verhalten von Gianni Infantino und Donald Trump bei Siegerfotos. Die Tatsache, dass Folarin Balogun unverschuldet in eine Fifa-Schmierenkomödie geriet und diese würdevoll meisterte, wurde als respektabel hervorgehoben.
Die WM zeigte auch, dass der Fußball seine Faszination behält, selbst unter schwierigen Umständen. Die Liebe zum Spiel blieb bestehen, ungeachtet der Verfehlungen abseits des Platzes. Die Spiele wurden trotz der frühen Morgenstunden verfolgt, und die Begeisterung der Fans war spürbar. Die Spanier feierten ihren WM-Titel ausgelassen, nachdem sie eine dominante Leistung gezeigt hatten. Sie legten dabei die größte Flugstrecke aller Teams zurück, nämlich 16.601 Flugkilometer.
Cristiano Ronaldo, obwohl immer noch eine globale Ikone, wurde als Fußballer auf Top-Niveau als vorbei angesehen. Im Achtelfinale gegen Spanien hatte er nur 19 Ballkontakte. Neymars Prioritäten wurden ebenfalls hinterfragt, da seine Tränen über seine letzte WM und das Duell mit dem norwegischen Goalie vor dem Team selbst zu stehen schienen. Auch Brasilien schien unter Carlo Ancelotti Probleme zu haben, auf Kurs zu kommen. Lionel Messi hingegen bewies, dass es wichtig ist, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren.
Die WM war in vielerlei Hinsicht groß und zuweilen großartig, und sie bot viele denkwürdige Momente, wie die Schotten, die Boston leer tranken, ohne dass es zu Schlägereien oder Sachbeschädigungen kam.

Mediale Begleitung und globale Präsenz
Die mediale Begleitung der WM stieß teilweise auf Kritik. Dem SRF wurde vorgeworfen, seit 20 Jahren keine neuen Ideen zu entwickeln, mit klatschendem Publikum im Studio und immer gleichen Experten. Das ZDF und die ARD setzten ebenfalls auf bekannte Gesichter und Formate, die nicht immer auf ungeteilte Zustimmung stießen. Trotzdem war die WM global präsent, mit Spielen, die live auf Bordbildschirmen in Flugzeugen übertragen wurden und hohen TV-Quoten in den USA, die sonst nur bei wichtigen NFL-Spielen erreicht werden.
Die WM in den USA gab den Amerikanern die Gelegenheit, eine offene, neugierige und gastfreundliche Seite von sich zu zeigen. Die Gäste, darunter Schotten, Norweger und Argentinier, brachten gute Stimmung mit ins Land. Die WM endete mit dem Finale, in dem die Weltnummern 1 und 2 aufeinandertrafen, nachdem es 100 Spiele gedauert hatte, bis die Weltnummern 1, 2, 3 und 4 in den Halbfinals standen.
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Source: blick.ch