Max Eberl, Sportvorstand des FC Bayern, hat sich zu den jüngsten Äußerungen von Ehrenpräsident Uli Hoeneß bezüglich einer möglichen Vertragsverlängerung geäußert. Hoeneß hatte die Wahrscheinlichkeit einer Vertragsausdehnung für Eberl auf „100 Prozent“ beziffert, nachdem er diese Ende Mai noch mit „60:40“ angegeben hatte. Eberl zeigte sich erfreut über das Lob, betonte jedoch, dass die endgültige Entscheidung beim Aufsichtsrat liege.
Während einer Medienrunde auf der südkoreanischen Insel Jeju im Rahmen der Asien-Reise des FC Bayern erklärte Eberl: „Die Worte am Donnerstag haben mich sehr gefreut, da mache ich keinen Hehl daraus. Man hört lieber Lob als Kritik.“ Er fügte hinzu, dass er seinen Job für den FC Bayern München mache und die Entscheidungsträger überzeugen wolle, dass er eine gute Wahl sei. Eberl unterstrich, dass letztlich der Aufsichtsrat die Entscheidung treffen werde.
Eberls Rolle und die Reaktionen der Führung
Die Unterstützung durch Uli Hoeneß wird als ein wichtiger Faktor für Max Eberl angesehen. Hoeneß entschuldigte sich sogar dafür, am Tag vor dem Pokalfinale in Berlin „naiv“ gewesen zu sein, was als ein Punktsieg für Eberl gewertet wird. Diese Entschuldigung bezog sich jedoch lediglich auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung eines Interviews und nicht auf die Aussagen selbst.
Trotz der positellen Äußerungen von Hoeneß bleiben dessen Aussagen interpretationsfähig. Hoeneß sagte am Tegernsee auf die Frage nach Eberls Chancen auf eine Vertragsverlängerung: „Im Moment, glaube ich, 100 (Prozent).“ Diese Formulierung lässt Raum für die Möglichkeit, dass sich dies in Zukunft ändern könnte, und deutet darauf hin, dass Hoeneß selbst nicht vollkommen sicher ist, da „Glauben“ nicht gleich „Wissen“ ist.
Hoeneß selbst hat in der Vergangenheit betont, dass er nicht allein über alle Entscheidungen beim FC Bayern bestimmt. Seit seinem Wechsel vom Aufsichtsratsvorsitzenden zum einfachen Mitglied des Gremiums weist er immer wieder darauf hin, dass der Aufsichtsrat aus Persönlichkeiten von DAX-Unternehmen besteht, die maßgeblich mitentscheiden. Er hatte bereits im Sommer 2019 einen Reporter zurechtgewiesen, der implizierte, der Aufsichtsrat habe nichts zu sagen, und verwies auf die Bedeutung dieser Persönlichkeiten.
Die Haltung des Aufsichtsrats zu Max Eberl ist ebenfalls von Bedeutung. Herbert Hainer, der Aufsichtsratsboss, äußerte sich jüngst zu Hoeneß‘ Lob für Eberl: „Ich gehe mal davon aus, dass Uli das so gemeint hat, dass wir mit der momentanen Transferperiode sehr zufrieden sind.“ Diese Aussage wird als Wertschätzung interpretiert, jedoch nicht als uneingeschränkte Begeisterung.
Hainer verwies auch darauf, dass es eine Forderung des Aufsichtsrats an Eberl gewesen sei, Einnahmen zu generieren. Dies könnte darauf hindeuten, dass Eberl in der Vergangenheit vorgeworfen wurde, nicht sparsam genug gewesen zu sein. Die Aussage Hainers könnte bedeuten, dass Eberl zu seinem Erfolg gezwungen werden musste, was die „100 Prozent“ von Hoeneß in der Realität eher zu „99 Prozent“ macht.
Eberls Strategie und Transfererfolge
In den letzten Wochen konnte Max Eberl die Verantwortlichen, darunter Uli Hoeneß und den Aufsichtsrat, durch seine frühen Transferaktivitäten überzeugen. Zusammen mit Sportdirektor Christoph Freund wurden wichtige Spieler verpflichtet. Dazu gehören WM-Shootingstar Ismael Saibari, der für rund 50 Mio. Euro von Eindhoven kam, und Linksverteidiger Nathaniel Brown, der für 50 Mio. Euro plus 5 Mio. Boni von Frankfurt wechselte.

Diese Transfers waren Wunschspieler von Trainer Vincent Kompany. Eberl band die Entscheidungsgremien frühzeitig in die Transferpläne der sportlichen Leitung ein, was beim Aufsichtsrat positiv aufgenommen wurde. Hoeneß bezeichnete die aktuelle Transferperiode als „perfekt“, was ein großes Lob für Eberl darstellt.
Derzeit plant der FC Bayern, vier Spieler abzugeben, die als „Soll-Weg-Profis“ gelten. Dies betrifft die Leih-Rückkehrer João Palhinha, der zuletzt bei Tottenham war, Sacha Boey von Galatasaray, Bryan Zaragoza von der AS Rom, der sich aktuell in Reha nach einer Knie-Entzündung befindet, und Armindo Sieb von Mainz. Eberl zeigt sich in dieser Phase zurückhaltend und traut dem Hype nicht, was seine Erfahrung im Umgang mit den Nuancen beim FC Bayern unterstreicht.
Source: sport1.de