England-Verteidiger Quansah für zwei WM-Spiele gesperrt

WM 2026: Sperre für England-Star steht fest - T-Online

Sperre für englischen Verteidiger

Der englische Nationalspieler Jarell Quansah wurde vom Weltfußballverband FIFA für zwei Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 gesperrt. Diese Entscheidung bedeutet, dass der Verteidiger sowohl das Viertelfinale gegen Norwegen als auch ein mögliches Halbfinale verpassen wird. Erst in einem möglichen Finale wäre Quansah wieder spielberechtigt.

Die Sperre resultiert aus einer Roten Karte, die Quansah im Achtelfinale gegen Mexiko erhielt. Das Foulspiel, bei dem er Jesús Gallardo mit offener Sohle am Bein traf, wurde nach einem Eingriff des Video-Schiedsrichters (VAR) als grob eingestuft. Die englische Nationalmannschaft hatte nach dem Vorfall angekündigt, ihre Optionen bezüglich einer möglichen Berufung zu prüfen, doch die Sperre wurde bestätigt.

Kontroverse um Balogun-Fall

Die Entscheidung der FIFA im Fall Quansah steht im Kontrast zu einem früheren Vorfall, der US-Amerikaner Folarin Balogun betraf. Balogun, ein Stürmer der USA, hatte ebenfalls eine Rote Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina erhalten. Die USA gewannen das Spiel zwar mit 2:0, doch Balogun wäre für das Achtelfinale gegen Belgien gesperrt gewesen.

In Baloguns Fall setzte die FIFA die automatische Ein-Spiel-Sperre zur Bewährung aus. Dies geschah, obwohl die FIFA in ihrer offiziellen Darstellung keinen Einspruch des US-Verbandes als Auslöser oder Grundlage für diese Entscheidung erwähnte. Die Aussetzung der Sperre für Balogun sorgte weltweit für große Empörung und Kritik.

Andrew Giuliani, Leiter der WM-Task-Force des Weißen Hauses, verteidigte das Eingreifen der US-Regierung im Fall Balogun. Er bekräftigte, die US-Regierung habe den Platzverweis von Beginn an für höchst fragwürdig gehalten. Giuliani verwies auf den brasilianischen Schiedsrichter Raphael Claus, der im Zusammenhang mit Ermittlungen zu Spielmanipulationen in Brasilien genannt worden war. Zudem sei der VAR-Einsatz bei der Roten Karte nach Ansicht Giulianis regelwidrig erfolgt, da Zeitlupen verwendet wurden, die nicht immer die Echtzeit-Situation widerspiegeln.

Giuliani betonte, die US-Regierung habe den Fall als Frage des „Fair Play“ betrachtet und sei froh gewesen, dass letztlich „das richtige Ergebnis“ erreicht wurde. Er vermittelte den Eindruck, der US-Verband habe den Entscheidungsprozess maßgeblich angestoßen und erfolgreich Einspruch eingelegt. Die offizielle Version der FIFA vom 6. Juli besagte jedoch, dass ein Disziplinarverfahren gegen Balogun eröffnet wurde und die unabhängige Disziplinarkommission die Sperre zur Bewährung aussetzte, ohne einen Einspruch des US-Verbandes zu erwähnen.

Der Fall Balogun entwickelte sich zu einer politischen Affäre, nachdem US-Präsident Donald Trump nach dem Spiel mit FIFA-Präsident Gianni Infantino telefonierte und eine Überprüfung der Roten Karte forderte. Sowohl die FIFA als auch das Weiße Haus betonten, das Gespräch habe keinen Einfluss auf die Entscheidung der unabhängigen FIFA-Disziplinarkommission gehabt. Dennoch sorgte der direkte Kontakt zwischen dem Staatsoberhaupt des Gastgeberlandes und dem FIFA-Präsidenten international für massive Kritik.

Auswirkungen für England

Für Englands Trainer Thomas Tuchel bedeutet die bestätigte Sperre von Quansah einen Rückschlag. Er muss nun seine Defensive umplanen. Das Team trifft am Samstag im Viertelfinale auf Norwegen. Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer findet vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada statt.

Die Entscheidung der FIFA im Fall Quansah, die Sperre aufrechtzuerhalten, zeigt eine strengere Linie im Vergleich zum Fall Balogun, wo die Sperre ausgesetzt wurde.

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Source: t-online.de

Felix Brandt

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.