Rekordtransfer in der Bundesliga
Der bosnische Nationalspieler Kerim Alajbegović, der im Alter von 18 Jahren ist, verlässt Bayer Leverkusen für eine Ablösesumme von über 35 Millionen Euro. Dieser Transfer macht ihn zum teuersten 18-Jährigen, den ein deutscher Klub jemals verkauft hat. Zudem ist er der teuerste Spieler in der Geschichte der Bundesliga, der nie ein Spiel in der höchsten deutschen Spielklasse absolviert hat.
Die Verhandlungen wurden von Bayers Sportchef Simon Rolfes und Profi-Boss Kim Falkenberg geführt, nachdem der Spieler seinen Wechselwunsch hinterlegt hatte. Alajbegović hatte sich in den letzten Jahren rasant entwickelt, was das Interesse mehrerer europäischer Topklubs weckte. Zuletzt lieferten sich der FC Chelsea und Juventus Turin ein Wettbieten um das Talent.
Alajbegović, der seit 2021 im Nachwuchs von Bayer ausgebildet wurde, gehörte unter dem ehemaligen Cheftrainer Xabi Alonso, der mittlerweile den FC Chelsea übernommen hat, häufig zum Trainingskader der Profis. Nach der Vizemeisterschaft mit Bayers U19 im vergangenen Jahr wechselte er für eine Saison zu RB Salzburg, wo er sich weiterentwickelte und in der Europa League regelmäßig als auffälligster Spieler hervortrat.
Im Frühjahr verlängerte Leverkusen den Vertrag mit Alajbegović bis 2031, was dem Verein eine starke Verhandlungsposition sicherte. Der Werksverein führte ihn zuletzt in seinem „Future Team“, einem Projekt, das darauf abzielt, junge Talente mit einem klaren Karriereplan zu entwickeln. Ziel ist es, dass diese Jungstars entweder langfristig der Mannschaft helfen oder mit Gewinn wechseln, wie es nun bei Alajbegović der Fall ist.
Wettbieten um das Talent
Bereits im Winter, während seiner Zeit in Salzburg, erhielt Alajbegović erste Top-Angebote. Die italienischen Klubs AS Rom und Lazio boten damals 25 Millionen Euro Ablöse, die jedoch abgelehnt wurden. Seine herausragenden Leistungen, insbesondere beim 2:3 im Januar gegen Aston Villa, zogen weitere Interessenten an. Benfica Lissabon klopfte an, und auch Chelsea zeigte Interesse.
Alajbegović überzeugte weiterhin, besonders in der Nationalmannschaft, mit der er sich über die Play-offs für die WM qualifizierte, im Finale gegen Italien. Zuletzt gaben auch Neapel und Atalanta Bergamo Gas im Transferpoker, blieben aber unter der Schmerzgrenze von Leverkusen.
Ende Juli meldete sich Xabi Alonso, der neue Trainer des FC Chelsea, persönlich beim Spieler und seinem Ex-Klub. Er stellte Bayer bis zu 40 Millionen Euro in Aussicht, obwohl er Alajbegović nicht sofort in seiner Mannschaft sah. Alonso schlug eine mögliche Leihe zu einem anderen Verein für ein Jahr vor, um sich das Zukunfts-Talent frühzeitig zu sichern, da er davon ausging, dass Alajbegović nicht günstiger werden würde.
Parallel dazu stieg Juventus Turin in den Poker ein. Die Italiener boten inklusive Boni über 35 Millionen Euro und lockten Alajbegović mit der Aussicht auf eine Spielmacher-Position. Berichten zufolge war Chelsea bereit, 40 Millionen Euro für den offensiven Mittelfeldspieler zu zahlen, was den Vorstellungen von Leverkusen entsprach und einen neuen Rekord für einen U19-Spieler in der Bundesliga bedeuten würde. Der bisherige Rekord wurde vom FC Bayern München gehalten, der 2016 rund 35 Millionen Euro für Renato Sanches an Benfica überwies.
Entscheidung für Juventus
Die Situation änderte sich jedoch, als Chelsea für 127 Millionen Euro Morgan Rogers von Aston Villa für die gleiche Position im offensiven Mittelfeld verpflichtete. Dies führte dazu, dass Alajbegović die Pläne von Chelsea, die eine sofortige Leihe zu einem anderen Klub wie Racing Strasbourg vorsahen, kritisch betrachtete. Medienberichten zufolge hatte er eine solche Leihe zuvor für sich ausgeschlossen.
Diese Entwicklung brachte Juventus Turin wieder ins Spiel. In den letzten Tagen übernahmen die Italiener die Favoritenrolle im Rennen um den Bosnier. Berichte deuten auf eine Einigung aller Parteien hin. Alajbegović soll für eine Sockelablöse von 33 Millionen Euro zur „Alten Dame“ wechseln, wobei Bonuszahlungen die Gesamtsumme auf die von Chelsea angeblich gebotenen 40 Millionen Euro ansteigen lassen könnten.
Ein entscheidender Faktor für Alajbegović war wohl das Versprechen von Juventus, ihn sofort für die Stammelf einzuplanen, was ihm auch persönlich mitgeteilt wurde. Am Donnerstagnachmittag sagte der Super-Teenie den Italienern zu und unterschreibt einen Vertrag für fünf Jahre.

Die Familie Alajbegović hatte 2021 mit Kerim und seinem jüngeren Bruder Emre (13) vom 1. FC Köln nach Leverkusen gewechselt. Bayer überzeugte die Familie mit einem konkreten Karriereplan bis zum Profi für beide Jungs. Während Kerims Plan voll aufging, erhält Emre, der als 13-Jähriger in Bayers U16 spielt und dort Leistungsträger ist, aktuell eine noch bessere Prognose. Internationale Topklubs wie Paris Saint-Germain, Real Madrid und der FC Barcelona haben bereits Interesse an Emre bekundet, doch ein Wechsel ist für die Familie derzeit kein Thema. Vater Semin Alajbegović (51) betonte, dass Emre sich bei Bayer Leverkusen sehr gut entwickle und die Familie dem Verein vertraue.
Source: sportbild.bild.de