Deutschland bereitet sich auf körperliche Herausforderung vor
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bereitet sich auf ein physisch anspruchsvolles K.o.-Spiel gegen Paraguay vor. Bundestrainer Julian Nagelsmann setzt auf Strategien, um schmerzhafte Zweikämpfe zu minimieren, da ein körperlich starker Gegner erwartet wird. Rudi Völler, Sportdirektor des DFB, geht davon aus, dass Paraguay tief stehen und sehr körperlich spielen wird. Indizien dafür sind die sieben Gelben Karten, die Paraguay in den drei Gruppenspielen erhalten hat.
Die deutsche Mannschaft hatte bereits im Spiel gegen die Elfenbeinküste Schwierigkeiten, physisch mitzuhalten. Spieler wie Aleksandar Pavlovic, Florian Wirtz, Jamal Musiala und Joshua Kimmich stießen an ihre Grenzen, als sie mit dem Tempo und der körperlichen Konstitution der Gegner nicht mithalten konnten. Auch Jonathan Tah hatte in einer Szene vor dem Eckstoß, der zum 2:1 für Ecuador führte, Probleme.

Taktische Überlegungen und personelle Entscheidungen
Nagelsmann schloss weitreichende Umstellungen im Kader aus, da kurzfristig keine Muskelmasse aufgebaut werden kann. Ein Wechsel von Leon Goretzka für Pavlovic, um die Mannschaft robuster zu gestalten, oder ein Positionswechsel von Kapitän Kimmich ins zentrale Mittelfeld, der dann rechts hinten von einem Innenverteidiger wie Malick Thiaw, Waldemar Anton oder Antonio Rüdiger ersetzt werden könnte, werden nicht in Betracht gezogen.
Die Herausforderung für Nagelsmann liegt darin, dass Paraguay voraussichtlich tief stehen und wenig Wert auf Ballbesitz legen wird, um ihre defensive Stärke auszuspielen. Die deutsche Mannschaft muss geduldig agieren. Nagelsmann kritisierte nach dem Spiel gegen Ecuador, dass die Positionen zu schnell und unstrukturiert gewechselt wurden. Gegen Paraguay soll es strukturierter zugehen, was jedoch nicht mit Trägheit verwechselt werden darf.
Ein schnelles Abspiel des Balls und das Schaffen von Überzahlsituationen durch einstudierte Positionswechsel sollen helfen, Zweikämpfe zu vermeiden. Alle zehn Tore der deutschen Mannschaft bei dieser WM wurden innerhalb des Strafraums erzielt, den Paraguay voraussichtlich mit einer Spielerwand schützen wird. Nagelsmanns Ziel ist es, diese Abwehr zu überwinden.
Historische Begegnungen und Ausblick
Manuel Neuer ist der einzige Spieler im aktuellen Kader, der bereits gegen Paraguay angetreten ist. Dies war im Jahr 2013 bei einem 3:3 in Kaiserslautern. Die erste Begegnung Deutschlands mit Paraguay bei einer WM war im Achtelfinale der WM 2002 in Südkorea, wo Deutschland mit 1:0 gewann.
Völler betonte, dass die deutsche Mannschaft am Montag in Boston anders in das Spiel gehen wird als gegen Ecuador, da es sich um ein K.o.-Spiel handelt. Gegen Ecuador wussten die Spieler, dass sie unabhängig vom Ergebnis Gruppenerster werden würden, was zu einem fehlenden letzten Einsatz führte. Völler ist zuversichtlich, dass die Mannschaft am Montag alles geben und ein gutes Spiel machen wird, um in die nächste Runde einzuziehen.
Das letzte Gruppenspiel gegen Ecuador verlor die deutsche Mannschaft mit 1:2. Trotz dieser Niederlage wurde Deutschland Gruppensieger. Im Sechzehntelfinale der WM 2026 trifft Deutschland am Montag, den 29. Juni, auf Paraguay.
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Source: sportschau.de