Deutschland unterliegt Ecuador im letzten Gruppenspiel
Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr letztes Gruppenspiel bei der Weltmeisterschaft gegen Ecuador mit 1:2 verloren. Obwohl die Niederlage keine sportlichen Auswirkungen auf den bereits feststehenden Gruppensieg und den Einzug ins Achtelfinale hatte, sorgte der Auftritt der Mannschaft für Besorgnis. Bundestrainer Julian Nagelsmanns Team zeigte eine fahrige und teilweise unkonzentrierte Leistung.
Das Spiel begann vielversprechend für Deutschland. Bereits in der zweiten Minute erzielte Leroy Sané die Führung. Dies war Sanés erstes Tor bei seiner fünften Turnierteilnahme (WM und EM), nachdem er in den ersten beiden Spielen stark in der Kritik stand. Das Tor war jedoch umstritten, da Aleksandar Pavlovic bei der Balleroberung Ecuadors Vite am Kopf traf, was laut Schiri-Experte Manuel Gräfe ein klares Foul war, das nicht hätte bestehen dürfen.
Ecuador reagierte schnell. In der neunten Minute nutzte Nilson Angulo einen Ballverlust von Felix Nmecha in der eigenen Hälfte und traf zum 1:1-Ausgleich. Für Manuel Neuer war es bitter, da auch im dritten Spiel des Turniers der erste Torschuss auf sein Tor direkt zum Gegentreffer führte. Die ecuadorianische Offensive, angeführt von Piero Hincapié und Moisés Caicedo, zeigte sich mutig und aggressiv, während sich im deutschen Spiel immer wieder Fehlpässe einschlichen.
Leistungsträger enttäuschen und Wechsel
Trotz des Plans von Bundestrainer Nagelsmann, die Stammelf einzuspielen, lief es nicht wie erhofft. Lediglich der verletzte Nico Schlotterbeck und der angeschlagene Nathaniel Brown fehlten in der Startelf. Für sie rückten Antonio Rüdiger und David Raum in die Viererkette. Die Offensive kam nicht in Schwung, und auch die Leistungsträger Jamal Musiala und Florian Wirtz konnten nicht überzeugen. Insgesamt konnte keiner der deutschen Spieler wirklich glänzen.
In der 58. Minute forderten die Fans die Einwechslung von Deniz Undav, und Nagelsmann reagierte, indem er Undav für Kai Havertz brachte. Zudem wechselte der Bundestrainer wie erwartet weitere Spieler ein: Malick Thiaw, Maximilian Beier und Pascal Groß kamen für Joshua Kimmich, Felix Nmecha und Florian Wirtz. Für Joshua Kimmich war es das 113. Länderspiel, womit er mit Weltmeister Philipp Lahm gleichzog. Trotz seines Engagements und seiner Zweikampfstärke gelang auch ihm nicht alles, und er wurde eine halbe Stunde vor Spielende ausgewechselt, wohl zur Belastungssteuerung.
Aleksandar Pavlovic, der das 1:0 vorbereitete, leistete sich in der ersten Halbzeit mehrere Fehler und erhielt eine Gelbe Karte, was zu seiner Auswechslung zur Halbzeit führte. Angelo Stiller ersetzte ihn und brachte zunächst Ruhe ins Spiel, konnte aber keine entscheidenden Impulse setzen. Jonathan Tah, der als Abwehrchef galt, gewann wichtige Zweikämpfe, verlor aber vor dem 1:2 den entscheidenden Zweikampf. Antonio Rüdiger zeigte sich zweikampfstark, hatte aber Schwächen im Spielaufbau. David Raum interpretierte seine Rolle offensiv, konnte sich defensiv aber oft nicht durchsetzen und verlor vor dem zweiten Gegentor ein wichtiges Kopfball-Duell.

Ecuador dreht das Spiel und Ausblick
Anstatt neuen Schwungs für Deutschland drehte Ecuador das Spiel. Nach einer Ecke verlängerte Rodríguez den Ball, und Gonzalo Plata lenkte ihn unter die Latte. Manuel Neuer griff ins Leere, und der Ball landete in der 78. Minute zum 1:2 im Tor. Diese Szene war für Neuer und die Abwehr undankbar, da der Schuss aus sehr geringer Distanz kam. Neuer hatte in diesem Turnier mehr Gegentore kassiert als Torschüsse abgewehrt.
Die deutsche Nationalmannschaft wird ihr Achtelfinale am Montag um 22:30 Uhr deutscher Zeit in Boston bestreiten. Der genaue Gegner steht erst am kommenden Wochenende fest, wenn alle Gruppenspiele abgeschlossen sind. Es wird voraussichtlich der Drittplatzierte aus den Gruppen A, B, C, D oder F sein, wobei der Drittplatzierte aus Gruppe D, also Australien oder Paraguay, am wahrscheinlichsten ist.
Die Mannschaft von Julian Nagelsmann muss sich bis dahin steigern, um im weiteren Verlauf des Turniers erfolgreich zu sein. Die Einzelkritiken der Spieler zeigten, dass viele Akteure unter ihren Möglichkeiten blieben. Leroy Sané, der das erste Tor erzielte, hätte in der Schlussphase das 2:1 erzielen können, scheiterte aber mit einem schwachen Schuss. Jamal Musiala und Florian Wirtz konnten gegen die robusten Ecuadorianer kaum Akzente setzen. Die deutsche Mannschaft schloss die Vorrunde der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko mit dieser Niederlage ab.
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Source: bild.de