Wimbledon: Sinner startet mit Satzverlust in die erste Runde

Droht Sinner Wimbledon-Aus? Nr. 1 legt in Runde 1 Fehlstart hin - SPORT1

Sinner erlebt Fehlstart in Wimbledon

Jannik Sinner, die Nummer eins der Welt, hat sein Auftaktmatch in Wimbledon mit einem überraschenden Satzverlust begonnen. Gegen Miomir Kecmanovic gab der Italiener den ersten Satz nach 34 Minuten mit 4:6 ab. Dieser Fehlstart wirft Fragen auf, nachdem Sinner bereits bei den French Open früh ausgeschieden war.

Obwohl Sinner seine Aufschlagspiele zunächst solide hielt, wirkte sein Spiel gehemmt. Insbesondere seiner sonst so dominanten Vorhand fehlte es an Durchschlagskraft und Sicherheit. Kecmanovic nutzte diese Schwäche geschickt aus und zielte immer wieder auf den Körper des Südtirolers.

Trotzdem wehrte Sinner zwischenzeitlich noch zwei Breakbälle ab. Doch gegen Ende des Satzes brach sein Spiel ein. Beim Stand von 4:5 musste Sinner den entscheidenden Rückschlag hinnehmen, als eine unsaubere Vorhand im Netz landete, was zum Break und Satzverlust führte. Der zweite Satz ging jedoch mit 6:3 an Sinner.

Vorbereitung und die Konkurrenz

Sinners frühes Ausscheiden bei den French Open, wo er trotz einer 2:0-Satzführung und einem 5:1 im dritten Durchgang kollabierte, hatte die Tenniswelt schockiert. Nach diesem Drama unterzog sich der Südtiroler medizinischen Tests. Er erklärte, dass die Untersuchungen zeigten, dass mit seinem Körper alles in Ordnung sei und alle Tests gut waren.

Der Vorjahreschampion ging ohne ein ernsthaftes Vorbereitungsturnier auf Rasen in seine Erstrundenpartie gegen den Serben Miomir Kecmanovic. Er hatte sich jedoch nach langen Trainingstagen in den vergangenen zweieinhalb Wochen gut vorbereitet gefühlt. Unter der Woche bestritt der 24-Jährige lediglich ein Showmatch in London, das er gegen den Briten Cameron Norrie gewann.

Sinner hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass ihm fehlende Matchpraxis vor einem Grand Slam nichts ausmachen muss. Wenn er am Limit spielt, ist er kaum zu schlagen. Es wird vermutet, dass ihn nur sein Körper bremsen könnte. Der spanische Topstar Carlos Alcaraz fehlt weiterhin verletzungsbedingt wegen einer Handgelenksverletzung, was eine Lücke im Teilnehmerfeld hinterlässt.

Alexander Zverev, der vor drei Wochen bei den French Open seinen ersten Grand-Slam-Triumph feierte, möchte diese Lücke auch beim Rasenklassiker nutzen und Sinner den Erfolg streitig machen. Zverev könnte wie Sinner erst im Endspiel auf Novak Djokovic treffen.

Wimbledon 2026 –Training
Bereitete sich in Wimbledon intensiv vor: Vorjahressieger Jannik Sinner.Foto: John Walton/PA Wire/dpa Credit: berchtesgadener-anzeiger.de

Weitere Herausforderer und Youngstars

Für den siebenmaligen Wimbledon-Champion Novak Djokovic steht viel auf dem Spiel. Der 39-Jährige reist noch immer mit dem Ziel zu den großen Turnieren, seinen 25. Grand-Slam-Triumph zu holen. Mit seinem Alter schwindet die Chance vermeintlich immer mehr, doch in Wimbledon könnte diese am größten sein, da die Ballwechsel und Matches in der Regel weniger kräftezehrend und kürzer sind.

Der deutsche Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann sieht Djokovic als Außenseiter unter den Favoriten. Er betonte, dass man ihn nie unterschätzen dürfe, aber auch, dass er extrem wenig gespielt habe, was immer schwierig sei. Kohlmann erwähnte, dass Djokovic erst im Endspiel auf Zverev oder Sinner treffen könnte.

Auch die US-Amerikaner Ben Shelton und Taylor Fritz können sich Chancen ausrechnen, weit zu kommen. Der Kanadier Felix Auger-Aliassime, der als Teenager mit Roger Federer verglichen wurde, könnte sich als Wundertüte erweisen. Er kann entweder stark, offensiv und schnell spielen oder mit zu vielen Fehlern anfällig sein. Kohlmann beschrieb ihn als extrem gut in seinen guten Phasen und extrem schlecht in seinen schlechten Phasen für einen Topspieler.

Die Youngstars wie der Tscheche Jakub Mensik, der Spanier Rafael Jódar mit seinem Power-Tennis und der Brasilianer João Fonseca beeindruckten bereits in Paris. Ex-Champion Michael Stich hält Überraschungen von der nächsten Generation für möglich. Er sagte, dass viele junge Spieler im positiven Sinne respektloser werden.

Kohlmann stuft Jódar und Mensik so ein, dass sie mit ihrer Spielweise gefährlich werden können. Ausnahmetalent Fonseca sieht er auf Rasen als speziellem Belag eher nicht als ernsthaften Konkurrenten. Der Brasilianer sagte nach seinem Erstrunden-Aus in Halle für Eastbourne wegen Schulterproblemen ab.

Novak Djokovic (l) und Joao Fonseca (r)
In Paris scheiterte Routinier Novak Djokovic (l) an Joao Fonseca (r). (Archivbild)Foto: Matthieu Mirville/ZUMA Press Wire/dpa Credit: berchtesgadener-anzeiger.de

Kecmanovic muss noch zwei weitere Sätze gewinnen, um den großen Coup gegen Jannik Sinner perfekt zu machen.

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Source: sport1.de

Felix Brandt

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.