DFB-Team scheidet bei WM aus: Kimmich hadert, Rassismus-Anstieg in sozialen Medien

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Kimmich äußert Enttäuschung nach WM-Aus

Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft gegen Paraguay hat sich Joshua Kimmich enttäuscht gezeigt. Der Bayern-Profi, der auch bei den Turnieren 2022 und 2018 das frühe Ausscheiden in der Gruppenphase miterlebte, betonte, dass der Frust weiterhin groß sei. Er schrieb an die Fans gerichtet, dass das Team ihnen und sich selbst gerne mehr zurückgegeben hätte. Trotz der Enttäuschung bekräftigte der 31-Jährige, dass ein Rücktritt aus der Nationalmannschaft für ihn kein Thema sei, da Aufgeben für ihn niemals eine Option sei. Er werde jedoch mehr als nur ein paar Tage brauchen, um das Geschehene zu verarbeiten.

Parallel dazu meldete sich das DFB-Team in den sozialen Medien zu Wort. In einem Post auf dem Instagram-Account der Nationalmannschaft bedankte sich das Team bei den Fans für die Unterstützung, übte aber auch Selbstkritik für das frühe Ausscheiden. Gleichzeitig prangerte es diskriminierende Hasskommentare an, die im Netz verbreitet wurden. Es wurde betont, dass Kritik an den Leistungen berechtigt sei und zum Sport gehöre, Hass und Diskriminierung jedoch nicht akzeptiert würden. Der Fußball stehe für Gemeinschaft und Zusammenhalt, nicht für Spaltung.

Diskussionen um Nagelsmann und Regeländerungen

Ein Tag nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft sorgte ein Beitrag von Said El Mala auf TikTok für Diskussionen. Der Offensivspieler des 1. FC Köln, der von Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht für die Weltmeisterschaft nominiert worden war, veröffentlichte eine Bildergalerie mit der Frage: „Hat sich das gelohnt?“ Viele Fans deuteten den Post als versteckte Botschaft an den Bundestrainer. El Mala war im vergangenen November erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert worden, kam jedoch nicht zum Einsatz. Vor der WM verzichtete Nagelsmann erneut auf den Kölner Spieler, was bereits zuvor für Diskussionen gesorgt hatte.

Währenddessen griff bei der WM eine neue Regelung erneut. Im Sechzehntelfinale zwischen Ecuador und Mexiko sah der ecuadorianische Verteidiger Piero Hincapié die Rote Karte, nachdem er sich in einem Wortgefecht mit Mexikos Santiago Giménez die Hand vor den Mund gehalten hatte. Der slowenische Schiedsrichter Slavko Vinčić sah sich die Szene in der Wiederholung an und entschied auf Rot. Diese Regelverschärfung besagt, dass ein Spieler, der sich im Disput mit einem Gegenspieler die Hand vor den Mund hält, vom Platz gestellt wird. Es war bereits der zweite Vorfall dieser Art bei der WM; zuvor hatte Paraguays Miguel Almirón aus demselben Grund Rot gesehen.

Für diese Geste gibt es seit der WM Rot.
Für diese Geste gibt es seit der WM Rot.© IMAGO/Xinhua/Francisco Canedo Credit: web.de

Emotionaler Einblick und Anstieg rassistischer Kommentare

Nico Schlotterbeck gab nach dem WM-Aus einen emotionalen Einblick in seine Gefühlswelt. Er beschrieb seine Verletzung als „einfach richtig scheiße“ und äußerte, dass es sich anfühle, als sei alles zusammengebrochen, wofür er lange gearbeitet habe. Der 26-Jährige hatte sich in der WM-Partie gegen die Elfenbeinküste einen Bänderriss im linken Knöchel zugezogen. Die DFB-Mediziner gehen von einer mehrmonatigen Pause aus. Schlotterbeck kündigte an, alles für ein schnellstmögliches Comeback zu geben und stärker als je zuvor zurückzukommen. Für Bundestrainer Julian Nagelsmann war der Ausfall des Dortmunders, der der einzige Linksfuß in der Innenverteidigung war, sehr bitter.

Die FIFA meldete einen starken Anstieg rassistischer Kommentare in den sozialen Medien während der Fußball-WM. Elf Prozent aller als beleidigend eingestuften Beiträge seien rassistischer Natur, was einen Zuwachs von drei Prozent im Vergleich zur vorherigen WM in Katar im November und Dez22 darstelle. Der Fußball-Weltverband beruft sich dabei auf den Social Media Protection Service (SMPS), der die Accounts von an der WM teilnehmenden Teams, Spielern, Trainern und Schiedsrichtern überwacht. Insgesamt wurden 1.000 Accounts an Strafverfolgungsbehörden gemeldet.

Im Sechzehntelfinale fertigte Frankreich Schweden mit 3:0 ab und trifft in der nächsten Runde auf Deutschland-Bezwinger Paraguay. Kylian Mbappé erzielte das 1:0 kurz vor der Halbzeitpause und stürmte nach seinem Treffer auf seinen Trainer Didier Deschamps zu. Diese Geste war mehr als ein einfacher Jubel, da Deschamps während der WM einen schweren Schicksalsschlag verkraften musste, den Tod seiner Mutter. Mbappés Geste wurde von Deschamps als sehr berührend beschrieben.

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Source: web.de

Felix Brandt

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.