Reaktionen auf das frühe WM-Aus
Nach dem unerwartet frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft 2026 gegen Paraguay ist die Enttäuschung groß. Spieler wie Deniz Undav und Nick Woltemade äußerten sich über ihre Social-Media-Kanäle. Undav schrieb, dass sie Deutschland enttäuscht hätten und dies tief sitze. Woltemade, der im Elfmeterschießen scheiterte, drückte aus, wie hart ihn das Ende seiner ersten WM treffe und dankte den Fans für ihre aufbauenden Worte.
Die Spieler verließen nach und nach das DFB-Quartier in Winston-Salem. Vor der individuellen Heimreise gab es noch ein Abschlussmeeting der Nationalspieler und des Stabes im Teamhotel „The Graylyn Estate“.
Kritik am Bundestrainer und offene Zukunft
Thomas Hitzlsperger hat das Auftreten und die mögliche Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann kritisiert. Er sieht Nagelsmanns wiederholte verbale Patzer kritisch und bemängelt einen Mangel an Souveränität. Auch Alexander Schlüter, ein Reporter vor Ort, bemerkte eine große Anspannung bei Nagelsmann, der anders wirkte als in seiner Zeit beim FC Bayern. Nagelsmann habe wenig gelächelt und seine Auftritte seien eher ein „Abarbeiten“ gewesen.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat die Zukunft von Nagelsmann offengelassen. Er betonte, dass der Verband nach einem solchen Tiefschlag nicht einfach zur Tagesordnung übergehen könne. Nagelsmann selbst hatte nach dem Ausscheiden seine Bereitschaft signalisiert, weiterhin als Bundestrainer zu arbeiten, und erhielt Rückendeckung von DFB-Sportdirektor Rudi Völler.
Ehemalige Nationalspieler äußerten sich ebenfalls kritisch. Bastian Schweinsteiger monierte das fehlende fußballerische Element, mangelnde Kreativität und unsauberes Passspiel. Jürgen Klinsmann bezeichnete die Art und Weise des Ausscheidens als niederschmetternd und eine Peinlichkeit, vergleichbar mit den Turnieren in Katar und Russland. Er forderte Konsequenzen. Dietmar Hamann schoss gegen Nagelsmann und meinte, dass die Auftritte im Durchschnitt enttäuschend gewesen seien und der Trainer die Mannschaft nicht zusammenbekommen habe.
Finanzielle Auswirkungen und Trainervorschläge
Das frühe Ausscheiden hat auch finanzielle Folgen für den DFB. Für das Erreichen der ersten K.-o.-Runde erhält der Verband 11 Millionen US-Dollar von der FIFA. Das Achtelfinale hätte weitere 4 Millionen US-Dollar eingebracht, und für das Viertelfinale wären nochmals 4 Millionen US-Dollar hinzugekommen. Der künftige Weltmeister erhält eine Prämie von 50 Millionen US-Dollar, der unterlegene Finalist 33 Millionen US-Dollar. DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hatte bereits vor dem Turnierstart darauf hingewiesen, dass es für europäische Nationen ohne Halbfinaleinzug schwierig sei, wirtschaftlich schwarze Zahlen zu schreiben.
Mats Hummels sprach sich nach dem WM-Aus für einen Trainerwechsel aus. Er nannte Jürgen Klopp als möglichen Nachfolger für Nagelsmann und schwärmte von dessen Fähigkeiten, die Mannschaft in eine Spur zu bringen und das Land hinter sich zu vereinen. Hummels, der von 2008 bis 2015 unter Klopp beim BVB spielte, gestand eine gewisse Befangenheit ein. Er erwähnte auch Pep Guardiola als einen weiteren Trainer, den er sich gut vorstellen könnte, da beide zu den besten Trainern der letzten Jahre gehören.
Die Aufarbeitung der Ereignisse soll in den kommenden Wochen stattfinden, wie DFB-Präsident Neuendorf ankündigte.
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Source: sportschau.de