Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM 2026 gegen Paraguay ist eine Welle der Kritik entbrannt, die sich sowohl gegen die Leistung des Teams als auch gegen Bundestrainer Julian Nagelsmann richtet. Die Mannschaft spielte gegen Paraguay zunächst 1:1 in 120 Minuten und verlor anschließend das Elfmeterschießen mit 3:4. Dieser Ausgang hat zu deutlichen Reaktionen von TV-Experten und in der Öffentlichkeit geführt.
Christoph Kramer, ein ehemaliger Weltmeister, äußerte sich kritisch über das Spiel: „Du darfst gegen Paraguay nicht in die Verlängerung kommen.“ Er betonte, dass es niemals zu einer Situation kommen dürfe, in der man sich über Schiedsrichterentscheidungen beklagen müsse, nachdem man entschieden habe, dass der Gegner so spielen könne. Ein vermeintlicher Führungstreffer zum 2:1 durch Jonathan Tah in der Verlängerung wurde vom Schiedsrichter Jalal Jayed zurückgenommen, da Waldemar Anton zuvor den paraguayischen Torhüter Orlando Gill gefoult haben soll.
Mats Hummels, ebenfalls Weltmeister von 2014, forderte personelle Konsequenzen und erklärte, dass die Heim-EM immer noch zu positiv bewertet werde. Er sieht Handlungsbedarf sowohl beim Bundestrainer als auch beim Verband und erwartet Rücktritte auf Spielerseite. Paraguay hatte in der Vorrunde eine Niederlage von 1:4 gegen die USA erlitten, einen 1:0-Sieg gegen die Türkei erzielt und 0:0 gegen Australien gespielt.
Kritik an Nagelsmanns Auftreten und der Teamleistung
Auch Jürgen Klopp, ehemaliger Trainer von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool, zeigte sich enttäuscht. Er stellte fest, dass das Team nicht lange genug die gewünschte Leistung abgerufen und nicht genügend Torchancen kreiert habe. Der Traum vom Titel sei geplatzt. Per Mertesacker, ein weiterer ehemaliger Nationalspieler, ergänzte, dass die Aussage, man müsse nur zwei Jahre warten, um Weltmeister zu werden, vergessen werden müsse. Er betonte, dass man sich alles wieder hart erarbeiten müsse und kritisierte, dass das Team gegen die schwächste Mannschaft der Vorrunde gespielt und in 120 Minuten nicht mehr als zwei Chancen herausgespielt habe.
Der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann bezeichnete das Ausscheiden als „verheerend“ und eine „Blamage“. Er betonte, dass niemand mit einem solchen Ergebnis gerechnet habe und es den deutschen Fußball in ein „riesiges Loch“ stürze. Klinsmann wies darauf hin, dass die Verantwortung bei allen liege – vom Trainerstab über den Verband bis hin zu jedem Spieler des 26-Mann-Kaders. Er meinte, die Mannschaft habe „definitiv ihr Gesicht verloren“ und alle Beteiligten müssten die Schuld bei sich suchen.

Neben der sportlichen Leistung wurde auch Julian Nagelsmanns Auftritt im TV kritisiert. Im Interview mit Lili Engels im ZDF reagierte der 38-Jährige mehrfach schroff und kurz angebunden. Katrin Müller-Hohenstein beschrieb seinen Auftritt als „ein bisschen schmallippig“, während Fritzy Kromp ihn als „dünnhäutig“ bezeichnete. Kromp bemerkte einen Unterschied in der Reaktion von Manuel Neuer und anderen interviewten Nationalspielern, die Betroffenheit und Demut zeigten.
Reaktionen und politische Kommentare zum WM-Aus
Christoph Kramer sprach ebenfalls von der Bedeutung der Demut, nicht nur bei Niederlagen, sondern auch bei Erfolgen, und bezeichnete die Situation als „schwierig für ein Interview“. Per Mertesacker bilanzierte, dass das Ausscheiden verdient sei. Der ehemalige Bundesliga-Coach Christian Streich zeigte hingegen Verständnis für Nagelsmanns TV-Auftritt. Er sagte, er selbst wäre nach einem solchen Spiel noch „schmallippiger und noch dünnhäutiger“ gewesen, da man als Trainer vor allem von sich selbst enttäuscht sei.

Die Niederlage gegen Paraguay wurde von einigen als symptomatisch für den Zustand des Landes betrachtet. Es wurde die Meinung geäußert, dass die deutsche Wirtschaft eine beispiellose Abwärtsspirale erlebe und der Fußball nur noch vom Ruf der Vergangenheit lebe. Ein Kommentar hob hervor, dass in der Mannschaft die Frage, wessen Mutter im Privatjet mitfliegen dürfe, wichtiger gewesen sei als die Frage nach dem Gewinn des Pokals.
Der Bundeskanzler Merz kommentierte die Niederlage mit den Worten: „Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“ Diese Aussage stieß auf Widerspruch, da sie als nicht zutreffend empfunden wurde. Es wurde betont, dass man Zweitklassigkeit nicht akzeptiere und nicht stolz, sondern sauer, enttäuscht und wütend sei. Es wurde die Ansicht geäußert, dass Friedrich Merz, ähnlich wie Julian Nagelsmann, in einer Parallelwelt lebe und unfähig sei, Fehler zu sehen und Verantwortung zu übernehmen. Die Mannschaft habe nicht gekämpft, und der Auftritt des Trainers sei arrogant und überheblich gewesen, ohne Feuer.
Es wurde die Forderung laut, dass der Bundestrainer schnellstmöglich gefeuert werden sollte, da er ebenso überfordert und erfolglos sei wie der Bundeskanzler. Das sportliche Abschneiden bei der WM wird als Debakel und als Widerspiegelung eines miserablen Auftritts des DFB bei diesem Turnier gesehen. Das deutsche Team verlor das Elfmeterschießen gegen Paraguay mit 3:4.
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Source: bild.de