Paraguay als Herausforderung für Deutschland
Deutschland trifft im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 2026 auf Paraguay. Das Spiel findet am Montagabend statt und wird als eine schwierige Aufgabe für die deutsche Mannschaft erwartet. Paraguay ist bekannt für seinen unbequemen Fußballstil und seine defensive Stärke, was bereits Top-Nationen wie Brasilien und Argentinien zu spüren bekamen.
Trainer Gustavo Alfaro (63) betonte die Kampfbereitschaft seines Teams: „Ich habe ein Team, das härter kämpft als alle anderen.“ Diese Aussage unterstreicht die Mentalität der südamerikanischen Mannschaft, die darauf abzielt, defensiv stabil zu stehen und nach Ballgewinnen schnell umzuschalten. In der südamerikanischen WM-Qualifikation kassierte Paraguay in 18 Spielen lediglich zehn Tore, was ihre defensive Qualität belegt.
Die deutsche Mannschaft hatte bereits im Gruppenspiel gegen Ecuador (1:2) Schwierigkeiten mit einer stabilen Abwehrkette. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass Deutschland ein Geduldsspiel bevorsteht, in dem die Mannschaft viel Ballbesitz haben und nach Lücken in der dicht stehenden paraguayischen Defensive suchen muss. Von der Offensivkraft der Südamerikaner wird nicht allzu viel erwartet, da sie in der WM-Qualifikation in 18 Spielen nur 14 Tore erzielten.
Taktik und Schlüsselspieler Paraguays
Paraguay, das zuletzt 2010 an einer Weltmeisterschaft teilnahm und damals das Viertelfinale erreichte, setzt unter Trainer Alfaro auf taktische Disziplin. Der Kader verfügt derzeit nicht über die Star-Spieler vergangener Jahre, wie etwa Roque Santa Cruz oder das ehemalige BVB-Duo Lucas Barrios und Nelson Valdez. Stattdessen liegt der Fokus auf einer variablen Spielweise.
In den ersten beiden WM-Spielen agierte Paraguay in einer 4-4-2-Formation, während im dritten Gruppenspiel gegen Australien eine 3-5-2-Formation zum Einsatz kam. Diese Flexibilität in der Aufstellung zeigt die Anpassungsfähigkeit des Teams an verschiedene Gegner und Spielsituationen.
Zu den Führungsspielern gehört Innenverteidiger Gustavo Gómez (33) von Palmeiras, der bereits 92 Länderspiele absolviert hat. Er schickte vor dem Spiel eine Kampfansage über Instagram: „Das war noch lange nicht alles. Wenn ein Paraguayer daran glaubt, ist nichts unmöglich. Wir kämpfen mit ganzer Seele dafür, den Namen unseres Landes ganz nach oben zu bringen.“ Neben Gómez verteidigt der ehemalige Herthaner Omar Alderete (29) von Sunderland, dessen Einsatz aufgrund von Knieproblemen jedoch fraglich ist.
Im zentralen Mittelfeld spielt Andrés Cubas (30) von Vancouver, der in einer FIFA-Statistik zu defensiven Störaktionen das Ranking anführt. Er ist bekannt dafür, Zweikämpfe zu führen und Passwege zuzustellen. Zum Vergleich: Der beste DFB-Profi in dieser Kategorie ist Felix Nmecha. Normalerweise arbeitet neben Cubas auch Diego Gómez (23) von Brighton im Mittelfeld, dieser fehlt jedoch gelbgesperrt.
Ein wichtiger Rückkehrer für Paraguay ist Miguel Almirón (32) von Atlanta. Der langjährige Premier-League-Profi, der sechs Jahre bei Newcastle spielte, hatte im zweiten Gruppenspiel gegen die Türkei (1:0) eine Rote Karte erhalten, weil er sich beim Sprechen die Hand vor den Mund hielt, was nach den neuen FIFA-Regeln verboten ist.
In der Offensive gilt Julio Enciso von RC Straßburg Alsace als potenzieller Unterschiedsspieler, obwohl ihm in 35 Länderspielen nur vier Tore gelangen. Antonio Sanabria von Cremonese war in der WM-Qualifikation mit vier Toren der erfolgreichste Schütze, seine Formkurve zeigte jedoch zuletzt nach unten, da er in den letzten beiden Gruppenspielen nicht zum Einsatz kam.
Die Erwartungen und der Druck
Trotz der Herausforderungen und der Tatsache, dass kein Spieler aus der Nationalmannschaft von Paraguay für eine große europäische Top-Mannschaft spielt, bleibt der Optimismus im Team ungebrochen. Trainer Alfaro erklärte: „Ich bin überzeugt, dass wir trotz aller Grenzen und Schwierigkeiten jeden Gegner schlagen können. Wir werden kämpfen. Daran habe ich keinen Zweifel.“ Er betonte, dass Paraguay bereits in der WM-Qualifikation bewiesen habe, Top-Nationen besiegen zu können, indem sie sowohl Brasilien als auch Argentinien jeweils einmal schlugen.
Die Unterstützung der Fans ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Der frühere Nationalspieler Nelson Valdez beschrieb die Bedeutung des Fußballs in Paraguay mit den Worten: „An erster Stelle steht Gott, dann die Mutter und dann kommt die Nationalmannschaft.“ Er prognostizierte, dass Paraguay eine Überraschungsmannschaft des Turniers werden könnte, da sie eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern besitzen.
Für Deutschland ist die Partie gegen Paraguay von großer Bedeutung, da eine Niederlage das Ende des Turniers bedeuten würde. Die deutsche Mannschaft muss sich auf eine geduldige und disziplinierte Leistung einstellen, um die defensive Stärke der Südamerikaner zu überwinden und ins Viertelfinale einzuziehen. Das Spiel findet am Montagabend um 22:30 Uhr statt.

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Source: bild.de