Sinner übersteht Auftaktmatch in Wimbledon
Der Weltranglistenerste Jannik Sinner hat sein Auftaktmatch in Wimbledon mit einem hart erkämpften Sieg über den Serben Miomir Kecmanovic beendet. Nach einem zweimaligen Satzrückstand und einem Sturz auf dem Rasen setzte sich der Italiener mit 4:6, 6:3, 6:7 (6:8), 6:2, 6:3 durch. Das Match dauerte 3:29 Stunden, wobei Sinner seinen ersten Matchball verwandelte.
In der Royal Box verfolgte Fußball-Ikone David Beckham das Geschehen in der ersten Reihe. Neben seiner Mutter Sandra war auch sein Sohn Romeo mit seiner Freundin Kim Turnbull anwesend. Beckham war nach dem letzten Gruppenspiel der Engländer bei der Fußball-WM gegen Panama nach London gereist.
Sinner zeigte auf dem Centre Court Anlaufschwierigkeiten. Er leistete sich 15 unerzwungene Fehler und gab den ersten Satz gegen einen zunächst stabileren Kecmanovic ab. Sinner äußerte sich nach dem Spiel: „Ich war anfangs angespannt, habe nicht mein bestes Tennis gespielt.“ Er fügte hinzu, dass er versucht habe, ins Spiel zu kommen, da es sein erstes Match auf Rasen war, und er froh sei, das Spiel noch gedreht zu haben.
Schrecksekunde und Comeback
Im dritten Satz rutschte Sinner beim Stand von 2:2 aus und blieb liegen. Die Schiedsrichterin kam besorgt von ihrem Hochsitz herunter. Obwohl er weiterspielen konnte, verlor er den Tiebreak. Sinner beschrieb den dritten Satz als „schwer zu verdauen“. Unter den 15.000 Zuschauern auf dem Centre Court machten sich bereits im Eröffnungsspiel Ängste breit, dass der Titelverteidiger früh ausscheiden könnte.
Nach dem Sturz bildete sich ein roter Fleck an seinem rechten Schuh, der wie Blut aussah. Sinner beruhigte jedoch die Gemüter und erklärte, dass es nichts weiter sei als ein Nagel oder Ähnliches und es schlimmer aussehe, als es ist. Er betonte, dass es ihm gut gehe.
Im vierten Satz zeigte Sinner ein Aufbäumen und gewann diesen mit 6:2, was den Beginn seines erfolgreichen Comebacks markierte. Er verließ erneut den Rasen, um sich in der Kabine zu erholen, was sich als erfolgreich erwies. Die Partie blieb im entscheidenden Durchgang lange ausgeglichen, bevor der Favorit das Match für sich entschied.
Vorbereitung und nächste Herausforderung
Das Match fand 32 Tage nach Sinners Zweitrundenaus bei den French Open in Paris statt. Dort war er bei großer Hitze körperlich eingebrochen, nachdem er eine 2:0-Satzführung und eine 5:1-Führung im dritten Satz gegen den Argentinier Juan Manuel Cerundolo hatte. Danach hatte er eine Wettkampfpause von vier Wochen eingelegt und intensive Untersuchungen im San-Raffaele-Krankenhaus in Mailand durchgeführt. Die Tests ergaben keine Auffälligkeiten, und sein Gesundheitszustand wurde als gut befunden.
Als Vorbereitung auf Wimbledon bestritt Sinner lediglich ein Schauturnier ohne Wertung auf Rasen, das Einladungsturnier im Londoner Hurlingham-Club. Die fehlende Matchpraxis war ihm gegen den gut aufspielenden Kecmanovic anzumerken. Die Temperaturen in London lagen bei 25 Grad, was merklich kühler war als in den vergangenen Tagen.
In der zweiten Runde trifft Sinner auf den Portugiesen Nuno Borges, die Nummer 48 der Weltrangliste.
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Source: bild.de