Nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft hat Julian Nagelsmann seinen Rücktritt als Bundestrainer erklärt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigte diesen Schritt. Als potenzieller Nachfolger wird Jürgen Klopp gehandelt, mit dem der DFB nun Verhandlungen aufnehmen möchte.
Nagelsmanns Entscheidung folgt auf eine rund dreistündige Aussprache am Donnerstag in Frankfurt am Main. An dieser Sitzung nahmen neben Nagelsmann selbst auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Bundesliga-Präsident Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Rudi Völler und DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig teil. Im Kern ging es bei dem Treffen um die Aufarbeitung des Scheiterns bei der Weltmeisterschaft.
Im Anschluss an die Aussprache sollen die Fußball-Verantwortlichen Nagelsmann nahegelegt haben, einen freiwilligen Rückzug von seinem Amt in Betracht zu ziehen. Nagelsmanns Vertrag beim DFB lief ursprünglich bis 2028. Er hatte das Amt des Bundestrainers im September 2023 angetreten und war zuvor als Trainer bei TSG Hoffenheim, RB Leipzig und dem FC Bayern München tätig.
In einer Erklärung drückte Nagelsmann seinen Dank an das Trainerteam, den Verband und insbesondere die Fans aus. Er betonte, dass ihm die Entscheidung nicht leichtgefallen sei und sein oberstes Ziel stets der Erfolg der Mannschaft gewesen sei. Nagelsmann erklärte, dass die Mannschaft nach der Enttäuschung eine Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdiene. Er bedauerte, die Fans enttäuscht zu haben und ihnen keine weiteren Fußballnächte bei der Weltmeisterschaft beschert zu haben.
Klopp als Wunschkandidat und die Herausforderungen
Als Wunschlösung für die Nachfolge von Nagelsmann gilt Jürgen Klopp. Der DFB hat bereits bestätigt, dass er Gespräche mit Klopp führen möchte, der seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Bundestrainer-Amtes signalisiert hat. Klopp ist derzeit als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull angestellt, mit einem Vertrag, der bis 2029 gültig ist.
Nach vorliegenden Informationen beinhaltet Klopps Arbeitsvertrag bei Red Bull keine schriftlich fixierte Ausstiegsklausel. Dies könnte die Verpflichtung von Klopp zu einer komplexen Angelegenheit machen, da Red Bull voraussichtlich eine Ablösesumme fordern würde. Es wird erwartet, dass diese Ablöse im einstelligen Millionenbereich liegen könnte. Eine solche Ablösezahlung für einen Bundestrainer wäre ein Novum für den DFB.

Red Bull schätzt Klopps Arbeit und seinen Fokus auf die Jugendentwicklung sehr. Er ist beratend für insgesamt sieben Red-Bull-Klubs tätig, darunter Vereine in Japan, den USA und Brasilien, die jeweils den jüngsten Kader ihrer Liga aufweisen. Im Falle eines Abgangs von Klopp müsste der Weltkonzern einen Ersatz finden.
Oliver Mintzlaff, der Chef von Red Bull, ist bekannt als harter Verhandlungsführer. Er hatte bereits 2021 eine Trainer-Rekordablöse von 25 Millionen Euro für Nagelsmann beim Wechsel von RB Leipzig zum FC Bayern erzielt. Die Meinung von Mintzlaff wird beim DFB hoch geschätzt.
Weitere personelle Veränderungen beim DFB
Neben dem Rücktritt von Nagelsmann werden auch seine beiden Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner den DFB verlassen. Der DFB bedankte sich auch bei ihnen für ihr Engagement. Des Weiteren wird Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig den DFB zum Jahresende verlassen. Rettig erklärte, dass er seinen bis zum 31. Dezember 2026 laufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern wird. Er hatte den DFB-Präsidenten bereits vor Beginn der laufenden Weltmeisterschaft darüber informiert.
Die deutsche Nationalmannschaft war in der Nacht von Montag auf Dienstag im Sechzehntelfinale im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert. Diese Niederlage führte zu der Krisensitzung und den nachfolgenden personellen Entscheidungen beim DFB.
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Source: welt.de