Dramatisches Sechzehntelfinale in Toronto
Portugal hat sich in einem spannungsgeladenen WM-Sechzehntelfinale gegen Kroatien mit 2:1 durchgesetzt und damit das Achtelfinale erreicht. Das Spiel, das in Toronto stattfand, bot den 43.036 Zuschauern im Stadion vor allem in der zweiten Halbzeit ein Spektakel mit vier zurückgenommenen Abseitstoren, einem Foulelfmeter sowie Latten- und Pfostentreffern auf beiden Seiten. Für Portugal geht die Reise im Turnier weiter, wo sie im Achtelfinale auf Spanien treffen werden.
Die erste Halbzeit war von einer gewissen Dominanz Portugals geprägt, wenngleich es an zwingenden Höhepunkten mangelte. Cristiano Ronaldo verpasste zweimal knapp den Ball in aussichtsreicher Position. Nach der Pause nahm die Partie jedoch deutlich an Fahrt auf. Ivan Perišić brachte Kroatien in der 53. Minute mit 1:0 in Führung, nachdem er im Strafraum den Ball annehmen und präzise abschließen konnte.
Ronaldos Achterbahn der Gefühle
Für Cristiano Ronaldo war das Spiel eine emotionale Achterbahnfahrt. Kurz nach dem Führungstreffer Kroatiens erzielte er einen vermeintlichen Ausgleich, der jedoch wegen einer knappen Abseitsposition nach VAR-Überprüfung annulliert wurde. Es war nicht das letzte Mal, dass der Video-Assistent in dieser Partie zum Einsatz kam. Trotz dieser Enttäuschung gelang Ronaldo nur wenig später der Ausgleich.
In der 68. Minute verwandelte Ronaldo einen Foulelfmeter sicher zum 1:1. Dieser Treffer war historisch, da es Ronaldos erstes Tor in einem WM-K.o.-Spiel war und ihn zum ältesten Torschützen in einer WM-K.o.-Phase machte. Er löste damit seinen langjährigen Teamkollegen Pepe ab. Trotz des Erfolgs war Ronaldo später von einer Entscheidung seines Trainers Roberto Martínez überrascht.
In der 81. Minute wurde Ronaldo beim Stand von 1:1 für Ruben Neves ausgewechselt. Der Superstar zeigte sich sichtlich unzufrieden mit dieser Entscheidung, schüttelte ungläubig den Kopf und würdigte Martínez keines Blickes, sondern klatschte nur kühl mit ihm ab. Obwohl er frustriert wirkte, explodierte er nicht, sondern wurde von seinen Teamkollegen aufgemuntert, die sofort zu ihm kamen.
Späte Entscheidung und emotionaler Abschied
Von der Seitenlinie aus litt Ronaldo mit seinen Kollegen und feierte später den Siegtreffer von Gonçalo Ramos. Ramos köpfte Portugal in der vierten Minute der Nachspielzeit zum 2:1. Doch das Drama war noch nicht vorbei: Ein vermeintlicher Ausgleich von Joško Gvardiol in der 13. Minute der Nachspielzeit wurde ebenfalls wegen Abseits nach VAR-Überprüfung annulliert, was die spektakuläre zweite Halbzeit abrundete.
Nach dem Spiel trug Ronaldo das Trikot mit der Nummer 21 von Diogo Jota, um dem verstorbenen Nationalspieler zu gedenken. Jota, der im Alter von 28 Jahren verstorben war, hatte den Traum, für Portugal bei einer WM zu spielen. Nationaltrainer Roberto Martínez betonte, dass Jota ein „Licht“ und ein „Vorbild“ für das Team sei.

Für Portugal geht die Reise im Achtelfinale am Montag in Dallas weiter, wo sie auf Spanien treffen werden. Für Luka Modrić von Kroatien könnte dieses Spiel das letzte WM-Spiel seiner Karriere gewesen sein.
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Source: bild.de